Ressourcen schonen: Tiroler Umweltverein sammelt Schultaschen

Das ReUse-Projekt "Tiroler Schultaschensammlung" will einen Beitrag zur Abfallreduzierung, Ressourcenschonung und zum Klimaschutz leisten. Heuer wurden bereits 600 Schultaschen gesammelt, die, gereinigt und mit Schulutensilien bestückt, bedürftigen Familien zugute kommen sollen.

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Alte Schultaschen können bei Schultaschen-Sammlungen in der letzten Schulwoche oder in Tiroler Recycling-Höfen abgegeben werden. (Symbolbild).
© Patrick Seeger

Innsbruck – Mit Ferienbeginn landet die Schultasche oft direkt in der Ecke und wird im nächsten Schuljahr in eine neue, "coolere" Schultasche eingetauscht. Das bedeutet jedoch nicht, dass die alte im Müll verschwinden muss. Der Tiroler Umweltverein will mit dem Projekt „Tiroler Schultaschensammlung“ alte Schultaschen wiederverwerten. Dies macht der Verein in Kooperation mit dem Jugend-Rot-Kreuz Tirol und Unterstützung des Landes Tirol.

In der letzten Schulwoche werden Schultaschen-Sammlungen organisiert, bei denen alte Schultaschen, Schulrucksäcke und Schulsachen abgegeben werden können. Auch an Tiroler Recycling-Höfen können die alten Modelle hinterlegt werden. Von dort werden die gesammelten Sachen vom Landesfeuerwehrverband abgeholt und ins Innsbrucker Flüchtlingsheim Reichenau geliefert, wo sie von AsylwerberInnen überprüft, falls nötig gereinigt und mit Schulutensilien bestückt werden.

Fischer: "Wertvoller sozialer Beitrag"

Als „Paradebeispiel, wie eine Aktion mehrfachen Nutzen erzeugen kann“, bezeichnen Nachhaltigkeitslandesrätin LHStvin Ingrid Felipe und Soziallandesrätin Gabriele Fischer (beide Grüne) die ReUse-Schultaschensammlung, denn die Weiterverwendung der Schultaschen und -rucksäcke reduziere Abfall, spare Ressourcen und schone damit das Klima. Gleichzeitig kämen die alten Schultaschen bedürftigen Familien zugute.

„Jede Schultasche, die nicht im Müll landet, sondern erneut seinem Zweck zugeführt wird, ist ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Die Tiroler Schultaschensammlung führt uns einmal mehr vor Augen, wie einfach jede und jeder Einzelne von uns einen Anteil dazu leisten kann“, meint Felipe. „Mit dem ReUse Projekt wird nicht nur das Klima geschützt, sondern auch ein sozial wertvoller Beitrag geleistet. Für knappe Haushaltsbudgets kann der Kauf einer Schultasche schon ein großes Problem darstellen. Ein Blick auf die abgegebenen Schultaschen zeigt: Meist sind diese in tadellosem Zustand und sind nach der Reinigung durch die Bewohnerinnen und Bewohner des Flüchtlingsheimes Reichenau wie neu. Viele Kinder werden damit in der Schule große Freude haben“, betont Fischer, die sich auch herzlich bei den mitwirkenden AsylwerberInnen für ihre Unterstützung bedankt.

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Wiederverwendung ist Abfallvermeidung

Für das Projekt wird gemeinsam an einem Strang gezogen: Das Tiroler Jugend-Rotkreuz ist für die Einsammlung der Schultaschen und -rucksäcke an den Pflichtschulen zuständig, der Landesfeuerwehrverband für die tirolweite Abholung. Die Übergabe an die Familien wird von der Tiroler Soziale Dienste GmbH, der Caritas und der Diakonie übernommen, heißt es in einer Aussendung des Landes Tirol.

„Die Bilanz aus mittlerweile 14 Jahren „ReUse – Tiroler Schultaschensammlung“ könne sich sehen lassen: „Insgesamt rund 14.600 Stück konnten wir seit Beginn der Aktion vor einem Ende auf der Deponie oder dem Verbrennungsofen bewahren. Allein heuer kommen noch rund 600 Schultaschen hinzu“, resümiert Michael Kneisl, Obmann des Umweltvereins Tirol. „Das Projekt hat auch eine wertvolle Sensibilisierungswirkung: Es stärkt das Bewusstsein für Wiederverwendung und Abfallvermeidung in der Bevölkerung und zeigt auf, wie funktionsfähige Produkte aus dem Abfallstrom geschleust werden können“, erläutert Martin Baumann, Geschäftsführer des Umweltvereins Tirol. (TT.com)


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