Umweltbaustelle St. Johann: Ein Almurlaub im Kampf gegen Springkraut

Auf der Umweltbaustelle des Alpenvereins in Kooperation mit dem TVB sind in St. Johann wieder freiwillige Helfer eine Woche lang bei der Arbeit.

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Freiwillige aus Österreich, Deutschland und Luxemburg befreien die Moorlandschaft am Wilden Kaiser vom Drüsigen Springkraut.
© Lehner

Von Michael Mader

St. Johann i. T. – Eine Woche lang Unkraut ausreißen – und das noch dazu nur für Kost und Logis. Ja, diese ehrenamtlichen Helfer gibt es. Insgesamt neun Freiwillige aus Österreich, Deutschland und Luxemburg verbringen in St. Johann einen etwas anderen Almurlaub. Sie arbeiten gemeinsam auf der Umweltbaustelle „Moor&More III“ des Österreichischen Alpenvereins in Kooperation mit dem Tourismusverband St. Johann.

Dort haben sie ganz gezielt den Kampf gegen das so genannte Drüsige Springkraut aufgenommen. Die eingeschleppte Pflanze belastet zunehmend die Tiroler Pflanzen-Diversität der Moorlandschaft rund um den Wilden Kaiser.

„Umweltschutz heißt in diesem konkreten Fall harte Arbeit. Die Aktivistinnen und Aktivisten reißen die oft schulterhohen Pflanzen mitsamt den Wurzeln aus der Erde, um deren Ausbreitung ein Stück weit zu verhindern“, schildert Pressepraktikantin Cornelia Lehner, die natürlich selbst mitanpackt.

Für ein 50 mal 50 Meter großes Feld müsse man schon zwei Stunden investieren. Trotz Dornen, Brennnesseln und kopfüberragenden Farnbüschen füllen die Helfer große Säcke mit den ausgerissenen Pflanzen, welche anschließend gehäckselt und mit Folien abgedeckt werden. „Dafür gibt es in Kirchdorf einen eigenen Neophytenlagerplatz“, weiß Martina Foidl, stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusverbands St. Johann. Dass Menschen freiwillig in ihrer Freizeit helfen, die bedrohte Artenvielfalt zu erhalten, sei sehr zu begrüßen. Die jungen Leute würden damit einen wertvollen Beitrag leisten, um den wilden Raum zu schützen.

Auch Karl Ehrlenbach, Leiter der diesjährigen Umweltbaustelle „Moor&More III“, schätzt das Projekt sehr. Selbst mit anzupacken ist für den Projektleiter aber genauso wesentlich.

„Mir war es wichtig, in diesem Sommer aktiv etwas für den Schutz unserer Natur zu tun. Noch dazu macht das Arbeiten in der Gruppe viel Spaß. Das sind Erfahrungen, die man mit Geld nicht bezahlen kann“, erklärt Studentin Cornelia ihre Teilnahme.

Damit der Spaß generell nicht zu kurz kommt, erhielten die freiwilligen Helfer in dieser Woche einen Tag frei und wurden von den Bergbahnen und dem Tourismusverband auf den Harschbichl eingeladen. „Es war wirklich lässig. Wir waren im Klettergarten, konnten bouldern und sind danach mit dem Mountaincart wieder ins Tal gefahren“, schildert Lehner.


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