Umstrittene „Gedenkstätte“: Übergangslösung im Putzenwald

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Anfang der Woche wird eine schwarze Zusatztafel der Stadt angebracht, die Auskunft über den bisherigen Kenntnisstand gibt.
© Fotomontage: Egger

Imst – „Dieses Denkmal wurde 1975 errichtet und soll nicht in dieser Form erhalten bleiben“, heißt es auf der schwarzen Tafel, die spätestens Anfang der Woche im Imster Putzenwald angebracht wird. Wie berichtet, wurden dort einige Tage nach Kriegsende 1945 „drei langjährige Angehörige der Waffen-SS von amerikanischen Soldaten erschossen“, erklärt die neue Plakette, die von der Stadt Imst in Auftrag gegeben wurde und mit „der Bürgermeister“ gezeichnet ist. Die Stadt distanziere sich „von jeglicher Form der Verherrlichung oder Verharmlosung des Nationalsozialismus“. Derzeit werde der Umgang mit dieser „Gedenkstätte“ im Sinne einer differenzierten historischen Aufarbeitung geprüft.

Nach bisherigem Kenntnisstand sollen die drei namentlich genannten Männer aus einem Lazarett geflüchtet sein und wurden in der Imster Südtiroler Siedlung versteckt. „Sie sind der US-Militärregierung gemeldet und sofort im nahen Wald erschossen worden“, steht auf der neuen Tafel. Ihr Grab befinde sich am Soldatenfriedhof in Pflach.

„Eine vorübergehende Lösung, die erklärt, was man bisher weiß“, betont die Imster Museumschefin Sabine Schuchter. (pascal)

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