Schwester von prominentem Camorra-Boss in Rom gefasst

Auf dem Weg nach Spanien wurde die Schwester eines der prominentesten Camorra-Bosse in Italien festgenommen. Ihr wird Erpressung und Hehlerei vorgeworfen.

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Rom – Dass Frauen innerhalb der Mafia eine immer relevantere Rolle zu spielen scheinen, zeigen aktuelle Festnahmen von Verdächtigen: Auf dem römischen Flughafen Ciampino wurde am Samstag die Schwester eines der prominentesten Bosse der Camorra festgenommen. Der Frau, die nach Spanien reisen wollte, wird Mafia-Zugehörigkeit sowie Erpressung und Hehlerei vorgeworfen, wie die Anti-Mafia-Ermittler in Neapel berichteten.

Die Polizisten traten an Maria Licciardi heran, als sie ihr Gepäck zum Verladen ins Flugzeug übergeben wollte. Die Frau gilt laut der Staatsanwaltschaft Neapel als Anführerin des von ihrem Bruder Gennaro gegründeten Clans, der zu den blutrünstigsten der Vesuvstadt zählt.

Frauen spielen in den Spitzenstrukturen des organisierten Verbrechens eine immer aktivere Rolle, ergaben die Ermittlungen. Wenn ihre Väter, Ehemänner oder Söhne inhaftiert werden, rücken sie in die Chefetagen mafiöser Strukturen auf. Die Clan-Chefinnen, die demnach den Drogenmarkt beherrschen, Geld waschen und Killer anheuern, seien die neuen "Patinnen" der Mafia, die genauso kaltblütig agierten wie ihre männlichen Familienmitglieder, erklärten die Ermittler. Oft handle es sich um die Schwestern, aber auch die Ehefrauen, die die Strukturen bestens kennen und nach außen hin auch als unverdächtiger gelten würden. (APA)


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