Spanier Martin holte Premierensieg in Spielberg, Feuerunfall verlief glimpflich

Der Pole-Mann Jorge Martin setzte sich ain einem turbulenten Grand Prix der Steiermark vor Joan Mir (Suzuki) und WM-Leader Fabio Quartararo (Yamaha) durch. Der Österreicher Maximilian Kofler fuhr mit Platz neun sein Karriere-Top ein.

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Der Spanier Jorge Martin fuhr in Spielberg seinen ersten MotoGP-Sieg ein.
© GEPA pictures/ Manfred Binder

Spielberg - Klassen-Rookie Jorge Martin ist beim Motorrad-Grand-Prix der Steiermark der Premierensieg in der MotoGP gelungen. Der spanische Ducati-Fahrer gewann drei Monate nach einem schweren Unfall am Sonntag auf dem Red Bull Ring vor Weltmeister Joan Mir (Suzuki) sowie WM-Leader Fabio Quartararo (Yamaha). Brad Binder war in dem wegen eines Unfalls abgebrochenen und neu gestarteten Rennen als Vierter bester KTM-Pilot. Rot-weiß-rotes Highlight war Platz 9 für Max Kofler in der Moto3.

Schon im Vorjahr hatten die MotoGP-Rennen in Spielberg nach Unfällen zwei Mal gestartet werden müssen. Auslöser beim ersten Rennen des diesjährigen WM-Doppels war ein Sturz von KTM-Testfahrer Dani Pedrosa in der ominösen Kurve 3, die vergangenes Jahr nach einer Fast-Katastrohe massiv umgebaut worden ist. Der Italiener Lorenzo Savadori prallte gegen die auf der Piste liegende RC16 der Spaniers und schlitze den Tank auf, weshalb beide Motorräder und das über die Strecke fließende Benzin Feuer fingen. Der Brand wurde aber rasch gelöscht und der medizinisch geborgene Savadori schien weitgehend unversehrt.

Nach einer haben Stunde wurde das um eine Runde verkürzte Rennen auf weiterhin trockener Piste neu gestartet, auch Pedrosa war wieder dabei. Beim zweiten Versuch kam Martin von P1 besser weg, womit der Pole-Mann vor Weltmeister Mir und WM-Leader Quartararo führte. Miguel Oliveira hatte schon am Freitag in Kurve drei einen ähnlichen Highsider wie nun Pedrosa produziert und sich dabei die Hand verletzt. Der portugiesische Vorjahressieger gab mit Schmerzen wegen Reifenproblemen zur Renn-Halbzeit auf.

"Wahnsinn. Ich kann es nicht glauben", jubelte Martin nach seiner Triumphfahrt in Österreich. Der Spanier hatte gleich an seinem ersten MotoGP-Wochenende eine Pole und Platz 3 in Katar erreicht. Nun hat er in seinem erst sechsten MotoGP-Rennen bereits gewonnen. Und das, obwohl der 23-Jährige im April in Portugal so schwer gestürzt war, dass er wegen acht gebrochener Knochen von drei OP-Teams gleichzeitig an Armen und Beinen operiert werden musste. Nun machte er im Land des "Terminators" seinem Spitznamen "Martinator" alle Ehre.

Die Bikes von Lorenzo Savadori und Dani Pedrosa wurden vom Feuer komplett zerstört.
© JOE KLAMAR

Zum sechsten Mal in sieben Rennen gewann damit Ducati auf dem Red Bull Ring. Marc Marquez wurde Neunter, Valentino Rossi punktete im ersten Rennen nach seiner Rücktritts-Ankündigung als 13. Kommenden Sonntag geht in Spielberg mit dem GP von Österreich das zweite WM-Wochenende in Szene, beim letzten Rossi-Auftritt in Österreich als Pilot werden deutlich mehr Zuschauer erwartet.

Runde zehn der Motorrad-WM hatte beim Zuschauer-Comeback vor 26.210 Fans (insgesamt kamen an drei Tagen 45.060) dank des erstmaligen Top-Ten-Ergebnisses von Kofler erfreulich für Österreich begonnen. Der 20-Jährige profitierte bei seinem Comeback-Rennen nach zweimonatiger Verletzungspause davon, dass einige Fahrer in dem als "wet race" titulierten Rennen trotzdem auf Slicks setzten.

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Kofler blieb auf Regenreifen, machte bei seinem Sensationsstart von P22 gleich 15 Plätze gut und fuhr lange Zeit in einer Vierer-Gruppe sogar um das Podium. Erst gegen Ende wechselte auf auftrocknender Piste das Momentum wieder zu den mit Trockenreifen-Fahrern, was Kofler Plätze kostete. Trotzdem sorgte er für sein bisher bestes Ergebnis (zuvor 14.) und fuhr als erster Österreicher seit Michael Ranseder 2008 in China (7. in 125er-Klasse) in der WM in die Top Ten. "Ich bin megahappy aber auch sehr fertig. Es war körperlich und mental ein sehr anstrengendes Rennen", sagte Kofler. Der 20-Jährige hatte sich im Mai in Mugello schwer an den Rückenwirbeln verletzt und drei Rennen auslassen müssen.

Der Moto3-Sieg ging an KTM-Supertalent Pedro Acosta (17). Der Spanier holte nach einem packenden Zwiekampf mit Sergio Garcia den bereits fünften Saisonsieg und baute seine WM-Führung auf 53 Zähler aus. Der erst 17-jährige Zahnspangenträger Acosta ist regierender Rookies-Cup-Sieger und fährt seine erste WM-Saison. Der Spanier war in Assen nach einem Sturz überfahren worden, hatte die Nacht im Krankenhaus verbracht und war dann im Rennen trotzdem Vierter geworden.

Auch im bereits als "dry race" gestarteten Moto2-Rennen gab es lange einen Zweikampf um den Sieg. Im Finish rutschte der australische WM-Leader Remy Gardner allerdings ins Kiesbett, womit der Sieg wie im Vorjahr an den für das VR46-Team fahrenden Kalex-Piloten Bezzecchi ging. Gardner rettete noch Platz vier. (APA)


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