ÖVP für Leitsystem statt Tiefgarage für Reisebusse in Innsbruck

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Vize-BM Johannes Anzengruber.
© Foto Rudy De Moor

Innsbruck – In der Frage eines passenden Standorts für Reisebusse in Innsbruck hält Vize-BM Hannes Anzengruber (ÖVP) ein digitales Busleitsystem für sinnvoller als eine Bustiefgarage am Fenner-Areal. Letztere sei aufgrund der hohen Kosten und fehlender Synergien „eher nicht nachhaltig“. Zudem würden auch Busse in absehbarer Zeit mit alternativen Energieformen wie Strom oder Wasserstoff angetrieben, „wofür diese Bus-Tiefgarage nicht geeignet wäre“, sagt Anzengruber.

Darüber hinaus werde dieses Grundstück „für zukünftige städtebauliche Entwicklungsprojekte noch sehr wertvoll werden. Ein möglicher MCI-Neubau könnte vielleicht schon nächstes Jahr konkret werden.“ Anzengruber plädiert stattdessen für ein digitales Leitsystem mit mehreren Ein- und Ausstiegsplattformen in der Stadt sowie einer Kombination aus zentralen und dezentralen Busparkplätzen. „Dabei müsste die bestehende Infrastruktur genützt und weiter ausgebaut werden.“ Die Busse sollten nach dem Ausstieg der Gäste je nach Aufenthalt und Programm auf zentralen Parkplätzen abgestellt bzw. zu dezentralen Busparkplätzen mit entsprechender Infrastruktur und Qualität weitergeleitet werden, führt Tourismusstadtrat Anzengruber aus. Auf digitalem Wege sollten „Slots“ (Zeitfenster) für Ein- und Ausstiege vergeben werden.

„Eine entsprechende Machbarkeitsstudie wurde von der Stadt unter Einbeziehung des Tourismusverbandes sowie der Touristiker entwickelt“, berichtet Anzengruber, er sei selbst bei den Arbeiten mit im Boot gewesen. Aus seiner Sicht wäre der TVB „auch der logische Betreiber des gesamten Projekts Busleitsystem“.

Die größte und wohl wichtigste Ein- und Ausstiegsplattform mit Parkmöglichkeit sieht Anzengruber beim Hofgarten, speziell in der Nähe zum Palmenhaus, das er in Zusammenarbeit mit den Bundesgärten gerne „aufwerten“ würde. Ein neues Palmenhaus könnte er sich etwa in Kombination mit einem Schmetterlingshaus sowie einem Café und WC-Anlagen vorstellen. „Damit könnte Innsbruck die Busplattform durch ein neues, selbst für Einheimische noch unbekanntes Highlight attraktiv gestalten.“

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Generelles Ziel sei, dass die – vor Corona – rund 880.000 Bustouristen jährlich mehr Geld in Hotellerie, Gastro, Handel sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen ausgeben und andererseits auch die Zahl der Nächtigungen sowie die Aufenthaltsdauer steigen. Dadurch solle die Wertschöpfung von mehr als 85 Mio. Euro vor der Krise „in Richtung 100 Mio. erhöht werden“.

Als „Muss“ bezeichnet Anzengruber die „Sicherstellung“ des Sportplatzes der Union Innsbruck am Fenner-Areal im Zuge des MCI-Neubaus. (TT)


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