Tiroler Maler und Grafiker Peter Prandstetter verstorben

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Die Hinterglasmalerei war Peter Prandstetters liebste Technik. Am vergangenen Freitag ist der Künstler 96-jährig gestorben.
© Parigger

Innsbruck – Die Lust am Malen ginge ihm offensichtlich nie aus, genauso wie die Inhalte, wunderte sich der 85-jährige Peter Prandstetter über sich selbst. Und diese Lust bzw. Neugier hat der 1925 in Hall geborene Maler und Grafiker, der am vergangenen Freitag 96-jährig gestorben ist, fast bis zu seinem Lebensende nicht verloren. Arbeitend sei er ein junger Mann geblieben, sagt Ilse Abka-Prandstetter, seine jahrzehntelange Gefährtin und – weil selbst Künstlerin – berufene Kritikerin. Trotz ihres konträren Herangehens an die Kunst: Sie sei von Emotionen gesteuert, er vom Hirn.

Unzählige, fein säuberlich in Mappen geordnete Aquarelle und Zeichnungen, aber auch in Öl oder hinter Glas gemalte Arbeiten umfasst Peter Prandstetters in seiner Konsequenz einzigartiges Lebenswerk. Dem alles zeitgeistig Modische fremd ist, genauso wie alles Zufällige. Als umfassend gebildeter und an so ziemlich allem interessierter kritischer Zeitgenosse war die Wirklichkeit das Reservoir, aus dem er schöpfte, er war allerdings nicht dessen Abbilder. Sondern der Erschaffer subtiler Gegenbilder, ihr Verdichter auf Zeichen oder kunstvoll „getarnte Wirklichkeiten“, wie es der Künstler selbst einmal formuliert hat.

Peter Prandstetter war einer, der es sich gern schwer gemacht hat. Wahrscheinlich der Grund, weshalb auch die Hinterglasmalerei seine liebste Technik war. Das abstrakte Denken, das diese herausfordert, das höchst konzentrierte Jonglieren mit dem „Unwirklichen“, bevor sich die vielen Schichten des Gemalten zu wunderbar leuchtenden Farbkörpern verdichten. Wobei die von Prandstetter bevorzugten alten Gläser durch ihre Unregelmäßigkeit das streng formale Konzept höchst reizvoll leicht ins Wanken bringen.

Bei Max Weiler hat sich der junge Haller Volksschullehrer mit dem Virus Kunst angesteckt, um 29-jährig sein Malereistudium bei Sergius Pauser und Herbert Boeckl an der Wiener Akademie der bildenden Künste zu beginnen. Besonders geliebt hat Peter Prandstetter die Arbeit mit jungen Menschen: jahrelang als Kunsterzieher an einem Innsbrucker Gymnasium bzw. an der Pädagogischen Akademie und von 1976 bis 1993 als Leiter einer Klasse für Malerei und Grafik am Salzburger Mozarteum. (schlo)


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