Nena bei Konzert auf Rügen: „Jeder macht, was er will“

Sängerin Nena hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Nachdem mehrere ihrer Konzerte zuletzt abgesagt wurden, steht die 61-Jährige nun in Rügen auf der Bühne – und auch dort thematisiert sie die Maßnahmen in der Corona-Krise.

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Schon im Oktober löste Nena mit einem Post auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus.
© APA/ERWIN SCHERIAU

Bergen/Rügen – Popsängerin Nena hat bei einem Konzert auf der Insel Rügen die Corona-Hygieneauflagen thematisiert. „Sagt mal Leute, hab ich irgendwie gesagt, dass ihr hier alle ganz nah und eng beieinander stehen sollt?“, fragte sie am Sonntagabend in der Waldbühne in Bergen mit Blick auf dicht an dicht tanzende Menschen direkt vor der Bühne. „Ich hab‘s nicht gesagt, aber ich freu mich, dass ihr es tut“, sagte die 61 Jahre alte Sängerin und fügte hinzu: „Ja, jeder macht, was er will.“ Bei dem Konzert in Bergen auf Rügen durften negativ auf Corona getestete, genesene oder geimpfte Konzertgäste direkt vor der Bühne tanzen.

Nach ersten Schätzungen des Veranstalters waren am Sonntagabend etwa 1300 Konzertgäste in die Waldbühne gekommen. Solange sie nicht direkt vor der Bühne tanzen wollten, mussten sie weder negativ auf Corona getestet, noch geimpft oder genesen sein. Eine Maskenpflicht bestand nur auf den Toiletten. Nena drückte immer wieder ihre Freude über die weitgehenden Freiheiten vor Ort aus. Während eines Liedes tanzte sie einen Gang zwischen den Sitzreihen der Waldbühne hinauf, umringt von Konzertgästen. Nach Einschätzung der Veranstalter nach dem Konzert sind alle Auflagen eingehalten worden.

Im ersten Teil des Konzerts sagte Nena: „Ich kann fühlen, dass ihr wisst, dass das, was ich gesagt hab, das ist, woran ich glaube. Und dass ich keinen, keinen Millimeter zurückrudern werde.“ Auf welche Aussagen sie sich dabei bezog, blieb unklar.

Ein Konzert Ende Juli bei Berlin war vor einer möglichen Zugabe beendet worden. Zuvor hatte sich Nena laut einem Bericht des Tagesspiegels und mehrerer Videos bei Twitter über die Hygienevorschriften geäußert. „Mir wird gedroht, (...) dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure (...) Boxen geht“, sagte Nena laut Zeitungsbericht und Videos. „Ich überlasse es in eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Nach dem Konzert in Berlin wurden ein Konzert im hessischen Wetzlar und ein weiteres im schleswig-holsteinischen Bad Segeberg abgesagt.

„Blindes Verhalten"

Ihr Verhalten hat der Sängerin viel Kritik eingebracht. Auch ihr Musikkollege Heinz Rudolf Kunze geht Nena nun scharf an und wirft ihr „unverantwortliches Verhalten" vor. „Ich verurteile das aufs Allerschärfste", sagte er im Podcast „Bosbach & Rach – Die Wochentester" des Kölner Stadt-Anzeigers.

Wenn Nena ihre eigenen Konzerte riskieren wolle, sei das ihre Sache, so Kunze. „Sie hat vermutlich Geld genug, um sich das leisten zu können. Aber durch ihr unverantwortliches und blindes Verhalten gefährdet sie nicht nur ihre eigenen Konzerte, sondern die Konzerte von uns allen."

Nena hat in der Pandemie mehrfach für Diskussionen gesorgt. Im März veröffentlichte sie bei Instagram ein Video mit dem Titel „Danke Kassel“, nachdem in der Stadt Tausende Menschen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen auf die Straße gegangen waren. Im Oktober löste Nena mit einem Post auf Instagram Diskussionen über mögliche Verschwörungstheorien aus, betonte aber, dass sie nicht als Corona-Leugnerin verstanden werden wolle. (dpa)


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