„Dixie Fire“ in Kalifornien breitet sich aus, historische Stadt Greenville abgebrannt

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Feuerwehrleute beim Kampf gegen die Flammen in Greenville, Kalifornien.
© JOSH EDELSON

Sacramento – Das seit Mitte Juli in Nordkalifornien wütende „Dixie Fire" breitet sich weiter aus. Tausende Menschen flohen vor den Flammen, mehr als 400 Häuser und Gebäude wurden zerstört, die historische Goldgräberstadt Greenville ist abgebrannt. Mit einer verbrannten Fläche von mehr als 198.000 Hektar ist das „Dixie Fire" inzwischen das zweitgrößte in der Geschichte Kaliforniens, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Laut Feuerwehr dürfte es erst in rund zwei Wochen gelöscht sein.

„Dixie Fire“ in Kalifornien

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Greenville, Kalifornien.

Greenville, Kalifornien.

© JOSH EDELSON

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Das „Dixie Fire" ist derzeit der größte aktive Waldbrand in den USA und einer von elf größeren Bränden allein in Kalifornien. Erst gut ein Fünftel des Feuers konnte nach Angaben der Behörden bis Sonntag unter Kontrolle gebracht werden.

„Es war, als käme man aus einem Kriegsgebiet", sagte Tami Kugler, die aus Greenville geflohen war und nun in einer Notunterkunft in einem Zelt lebt. Um sie herum saßen zahlreiche erschöpfte Familien, die Autos voll mit den Habseligkeiten, die sie vor dem Feuer retten konnten. Die Polizei suchte inzwischen weiter nach drei Vermissten.

Am Sonntag versuchten Feuerwehrteams, die rund fünf Kilometer von Greenville entfernte Ortschaft Crescent Mills vor den Flammen zu retten. Wie schon zuvor trafen sie auch dort auf Einwohner, die sich der Evakuierungsanordnung widersetzten, da sie lieber selbst gegen die Flammen kämpfen wollen, als ihr Hab und Gut allein zu lassen.

Rund 5000 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen einzudämmen. Nachlassender Wind und eine höhere Luftfeuchtigkeit verschafften den Einsatzkräften am Wochenende zwar eine Verschnaufpause, Mitte kommender Woche werden aber wieder Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius erwartet.

Bis Ende Juli um 250 Prozent mehr Fläche verbrannt als 2020

Waldbrände sind in Kalifornien keine Seltenheit. Eine lang anhaltende Dürreperiode sowie fortwährende Hitze, die laut Experten auf den Klimawandel zurückzuführen ist, hat große Teile des Westens der USA in diesem Jahr aber besonders anfällig für Waldbrände gemacht. Bis Ende Juli wurden in Kalifornien bereits 250 Prozent mehr Fläche durch Brände zerstört als 2020.

Dabei galt das vergangene Jahr bisher als das schlimmste in der jüngeren Geschichte des Westküstenstaats: Allein beim Rekordbrand, dem „August Complex", wurden 417.000 Hektar Land vernichtet.

„Die Dürre wird immer schlimmer, es ist heißer als je zuvor", sagte Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom am Samstag nach einem Besuch der verbrannten Goldgräberstadt Greenville. „Wir müssen schlichtweg zugeben, dass diese Waldbrände klimabedingt sind." (APA/AFP)


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