Erneut Bettelverbot-Forderung in Schwaz

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Bettler nachts in Schwaz. Gemeinderat Benjamin Kranzl spricht von „mafiösen Strukturen“.
© Kranzl

Schwaz – Ein Bettelverbot in Schwaz verlangt Gemeinderat Benjamin Kranzl. Laut dem parteilosen Mandatar wird die Silberstadt in den Sommermonaten und kurz vor Weihnachten von Bettlern überrannt. Kranzl nennt das „Ortsbild-Verschandelung“ und glaubt, dass Touristen und Einheimische sich bedrängt fühlen.

Kranzl brachte bereits einmal einen Antrag für ein Bettelverbot in Schwaz ein. „Um die mafiösen Strukturen zu zerschlagen, den Hintermännern das Handwerk zu legen und den Opfern echte Hilfe anzubieten“, sagt er. Der Antrag wurde vom Gemeinderat abgelehnt, Kranzl will das Thema aber erneut aufgreifen und einen neuerlichen Antrag stellen. „Die gewerbsmäßige Bettelei kennt nur Verlierer. In Schwaz hat sie mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr tolerierbar ist“, argumentiert Kranzl.

BM Hans Lintner sagt, es sei gesetzlich geregelt, wie die Bettelei in Österreich stattfinden darf. Er vertraue auf die Bezirkshauptmannschaft, was die Kontrollen dazu betrifft, und um organisiertem Betteln einen Riegel vorzuschieben. „Aggressives Betteln ist ohnehin verboten, das stille Betteln – wie es in Schwaz passiert – ist erlaubt“, meint SP-VBM Victoria Weber, die nicht den Eindruck hat, dass die Bettelei überhandnimmt. Viktoria Gruber (Grüne) betont: „Ein Bettelverbot verstößt gegen Menschenrechte.“ (ad)


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