Brände in Griechenland: Tiroler Drohne bei Brandbekämpfung hilfreich

Die Tiroler und Salzburger Einsatzkräfte konnten bereits viele Glutnester am Peloponnes entfernen. Das Tiroler Team ist mit einer Drohne von großer Hilfe bei der frühzeitigen Erkennung.

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Diese Woche halfen die Tiroler und Salzburger bei der Brandbekämpfung in Griechenland. Morgen sollen sie von einer weiteren Salzburger Gruppe abgelöst werden.
© LFV/Mayer

Innsbruck, Athen – Die rund 40 Feuerwehrleute aus Salzburg und Tirol sind derzeit in Lalas auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland stationiert. Dort helfen sie der Bevölkerung rund um die antike Stadt Olympia bei den anstrengenden Nachlöscharbeiten nach den verheerenden Waldbränden. Eine Drohne aus Tirol mit modernster Software unterstützt die Einsatzkräfte bei der frühzeitigen Erkennung von Glutnestern, informiert der Landesfeuerwehrverband Salzburg am Freitag.

Das Gebiet, dass den österreichischen Feuerwehrleuten anvertraut wurde, umfasst circa 10.000 Hektar. Das Gelände soll extrem exponiert und unwegsam sein. "Nachdem das Flammeninferno bereits gelöscht ist und die zum Teil evakuierten Bewohner wieder in ihre Dörfer zurückgekehrt sind, gilt es nachhaltig Sicherheit zu vermitteln", erklärte Einsatzleiter Carlo Vanzini. "Am wichtigsten ist es, die vielen noch vorhandenen Glutnester frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen, bevor die Flammen wieder auflodern."

Tiroler Drohne hilft mit (Wärmebild-)Kamera

Bei dieser frühzeitigen Erkennung hilft die Tiroler Drohne. Mittels Kamera und Wärmebildkamera kann die Gegend analysiert werden. Mithilfe der Drohne können die Bodentruppen, eingesetzten Fahrzeuge und Flugunterstützung zielgerecht geleitet werden. Seit Ankunft der Mannschaft konnte die Drohne bereits mehrere "Hotspots" orten. Sie hat schon etliche Flugstunden hinter sich.

Das Kamerabild der Drohne wird laut dem Landesfeuerwehrverband über einen Livestream in Echtzeit zum Bediener in das Einsatzleitfahrzeug übertragen. Dadurch hat die Einsatzleitung jederzeit einen Überblick über die Lage. Vor allem in der Nacht erleichtert diese Technik den Einsatz und macht eine Arbeit in den Nachtstunden und somit auch den Schichtbetrieb überhaupt erst möglich.

Die fünf Feuerwehrmänner Julian Hammerle, Christian Mayer, Georg Crepaz, Lukas Kaufmann und Jörg Degenhart unterstützen die Salzburger Truppe.
© LFV/Wegscheider

Fünf Tiroler unterstützen die Salzburger Feuerwehrkräfte. "Die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit zwischen Salzburg und Tirol funktioniert perfekt", erklärte der Salzburger Landesfeuerwehrkommandant Günter Trinker. "Auf der einen Seite unser Team aus Salzburg und auf der anderen Seite die Drohne samt unterstützender Software mit geschulter Mannschaft aus Tirol. Ein vorbildlicher Einsatz, der für rasche Hilfeleistung im Ausland sorgt."

Erfahrungen auch für österreichische Brandbekämpfung wichtig

Auch der Tiroler Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl unterstützt die Zusammenarbeit in Griechenland: "Nachdem wir uns in Tirol seit über 30 Jahren mit der Waldbrandbekämpfung beschäftigen, ist es selbstverständlich, dass wir das Salzburger Waldbrand-Modul mit unserem Know-how und den Möglichkeiten der Feuerwehrdrohne unterstützen. Zugleich können unsere Kameraden dabei wertvolle, internationale Einsatzerfahrung sammeln und diese anschließend in die Weiterentwicklung der Waldbrandbekämpfung in Österreich einbringen."

📽 Video | Rund 100.000 Hektar Wald in Griechenland verbrannt

Vom Lernfaktor berichtete auch Jörg Degenhart, Leiter des Sachgebiets Flugdienst und Waldbrandbekämpfung im Österreichischen Bundesfeuerwehrverband: "Gerade die Glutnester im Boden können bei entsprechendem Wind schnell ein Spotfeuer auslösen und die Brände neu entfachen. Durch punktgenaue GPS-Lokalisierung durch die Tiroler Drohne und Koordinaten-Einweisung der Bodentrupps haben wir schon viele Glutnester entfernt - zum Schutz der Anwohner, die sich mehr als dankbar und gastfreundlich über unseren Einsatz zeigen."

Heimreise am Samstag geplant

Die freiwilligen Helfer aus Österreich sind derzeit in einer Volksschule stationiert. "Sie sind alle wohlauf", hieß es auf Anfrage der APA. Das Camp sei gut organisiert. Mittlerweile ist auch eine Einheit aus Deutschland eingetroffen. Geplant ist, dass die Salzburger und Tiroler Feuerwehrleute morgen, Samstag, die Heimreise antreten. Sie werden von einem neuen Team aus Salzburg abgelöst. Ob es dann noch zu einer weiteren Ablöse kommt, stand vorerst nicht fest. (TT.com, APA)


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