Tirol behält Rating trotz Corona-Krise

Die Folgen der Pandemie treffen auch die öffentlichen Haushalte, S&P bestätigt die Bonität Tirols, allerdings mit negativem Ausblick.

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Die Ratingagentur Standard & Poor’s gab ihre jährliche Einschätzung zu Tirol ab. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden sichtbar.
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Innsbruck – Die internationale Ratingagentur Standard & Poors (S&P) hat Tirol wie jedes Jahr bewertet. Trotz der anhaltenden finanziellen Corona-bedingten Entwicklung in Tirol erhält das Land das Rating AA+/A-1+. Aufgrund der weiter zu erwartenden Schuldenaufnahmen bzw. Steuereinnahmenverluste und Steuersenkungen bleibt die Rating-Agentur in ihrem Bericht bei ihrem negativen Ausblick.

Das Rating bleibt laut S&P unter anderem so gut, da „Tirol vor der Pandemie eine derart stabile Finanzlage hatte“, die den Umgang mit den finanziellen Auswirkungen der Pandemie besser ver- kraftbar machten. Für die zukünftige Entwicklung des Ratings werde es entscheidend sein, wie sich die zu erwartenden Schuldenaufnahmen in den kommenden Jahren entwickeln. Anfang kommender Woche wird Landeshauptmann Günther Platter (VP) den Rechnungsabschluss 2020 bekannt geben, der – wie in allen anderen Bundesländern auch – einen deutlichen Abgang verzeichnen dürfte. Vor der Krise hatte Tirol die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung Österreichs. Platter kündigte bereits an, er erwarte sich aufgrund der guten Ausgangslage, dass „Tirol finanziell nach der Pandemie besser dastehen wird als einige Bundesländer vor der Pandemie“ – trotz massiver Einbrüche im Tourismus.

2019 wurde ein Doppelbudget für 2020 und 2021 mit 3,9 bzw. knapp mehr als vier Milliarden Euro beschlossen. Dieses wurde trotz der in die Hunderte Millionen Euro gehenden Konjunkturmaßnahmen nicht aufgeschnürt, es wurde auch kein Nachtragshaushalt beschlossen. (ver)


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