Unwetter sorgen in vielen Teilen Österreichs für Großeinsätze

Nicht nur Tirol war am Sonntagabend von starken Unwetter betroffen. Auch in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark sorgten sie für eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen und beträchtliche Schäden. Für heute Abend werden weitere Gewitter gemeldet.

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Nach einem heftigen Gewitter mit starken Regenfällen ist am Sonntag eine Zivilschutzwarnung für Bereiche der Gemeinde Wald im Salzburger Pinzgau ausgelöst worden. Es kam zu Verklausungen, Murenabgängen und Überflutungen.
© LANDESFEUERWEHRKOMMANDO SALZBURG

Linz, St. Pölten, Pinzgau, Graz – Nicht nur Tirol ist derzeit von schweren Unwettern betroffen. Auch in Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg kam es gestern Abend unter anderem zu umgestürzten Bäumen, Überflutungen, Hagel und Murenabgängen. In Oberösterreich brachen diesen Sonntagabend ganze 1500 Feuerwehrleute zum Einsatz auf. In der Steiermark verursachte das Unwetter nach ersten Erhebungen einen Schaden von 2,8 Millionen Euro für die Landwirtschaft, heißt es von Seiten der Hagelversicherung. Für Montagnachmittag werden erneut Unwetter mit hoher Regenintensität erwartet, berichtet das oberösterreichische Landesfeuerwehrkommando.

Großeinsätze und ein Verletzter in Oberösterreich

Aufgrund einer zweistündigen Unwetterfront in Oberösterreich kam es zu 260 Einsätzen mit insgesamt 1.500 Einsatzkräften. Annähernd alle Bezirke waren hauptsächlich von Sturmschäden betroffen, berichtete das Landesfeuerwehrkommando Oberösterreich. Die meisten Einsätze betrafen umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer, vereinzelt gab es Überflutungen und Brände wegen Blitzeinschlags. Ein 47-Jähriger wurde in Oberösterreich in seinem Auto von einem umgestürzten Baum eingeklempt. Er wurde daraufhin ins Spital gebracht.

2,8 Millionen Euro Schaden in steirischer Landwirtschaft

In der Steiermark hat das jüngste Unwetter vom Sonntagnachmittag nach ersten Erhebungen einen Schaden von 2,8 Millionen Euro verursacht, teilte die Hagelversicherung am Montag in einer Aussendung mit. Besonders betroffen waren die Bezirke Murtal, Weiz und Leibnitz. Geschädigt wurden rund 5.500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Der Gesamtschaden aufgrund von Hagelereignissen in der Landwirtschaft in der Steiermark in diesem Jahr liegt demnach bei 24 Millionen Euro. Betroffen sind die Soja- und Maiskulturen, Kürbisse, Mais, Obst und Gemüse. "Der Gesamtschaden durch die bisherigen Hagelereignisse und den Frost im Frühjahr beläuft sich für die Steiermark bereits auf 47 Millionen Euro", führte der Sprecher der Hagelversicherung, Mario Winkler, aus.

Feuerwehreinsätze in Neunkirchen und St. Pölten

Auch in Niederösterreich sorgten Unwetter vielerorts für umgestürzte Bäume und Feuerwehreinsätze. Betroffen waren neben dem Bezirk Neunkirchen unter anderem auch St. Pölten sowie die Umgebung der Landeshauptstadt.

Murenabgang und Suchaktionen in Salzburg

Im Pinzgau sorgten die starken Regenfälle für eine Mure im Bereich Vorderkrimml zum Teil die Krimmler Ache und die Krimmler Landesstraße L 113. Durch die Vermurung staute sich das Wasser im Bahnhofsbereich Vorderkrimml. Betroffen waren auch Häuser in der umliegenden Siedlung.Die Krimmler Landesstraße ist derzeit ab dem Bahnhof Vorderkrimml nicht passierbar. Krimml ist nur über das Zillertal und den Gerlospass erreichbar. Die Einsatzkräfte mussten hauptsächlich umgestürzte Bäume entfernen, Verkehrswege freimachen, abgedeckte Dächer provisorisch abdichten und Schäden nach Blitzschlägen beseitigen, wie der Landesfeuerwehrverband berichtete.

Auch mehrere Flachgauer Ortsstellen der Wasserrettung rückten aus, um in Seenot geratenen Personen zu helfen. Am Wallersee, Mondsee und Wolfgangsee wurden Bootsbergungen durchgeführt. Für alle Flachgauer Seen und den Zeller See war die Sturmwarnung aktiviert worden.

Am Wolfgangsee fand die Vermisstensuche nach einem Stand-Up-Paddler ein glückliches Ende. Der 59-jährige Salzburger wollte laut Polizei von Gschwendt bei Strobl aus noch eine Runde über den See paddeln, obwohl die Sturmwarnleuchten bereits blinkten. Eine Windböe kippte das Board um, der Salzburger fiel ins Wasser und erreichte sein Board nicht mehr. Er klammerte sich an seinen mitgeführten Trockensack und versuchte, das Ufer zu erreichen, was ihm schließlich auch gelang. (APA, TT.com)


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