#dufehlst: Initiative soll Wirtshaussterben in Tirol stoppen

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(v.li.) Alexander Plaikner (Uni Innsbruck), Josef Margreiter (Lebensraum Tirol Holding), Alois Rainer (WK-Fachgruppenobmann Gastronomie),
© Lechner

Innsbruck – Seit zwei Jahren gibt es die Forschungsinitiative „Gasthaussterben in Tirol“ der Uni Innsbruck und der UMIT Tirol. Zudem arbeiten unter der Federführung der Lebensraum Tirol Holding die Wirtschaftskammer Tirol (WK), die Standortagentur Tirol sowie die Tirol Werbung mit der Initiative „#dufehlst – Tiroler Wirtshäuser suchen dich“ an der Bewusstseinsbildung für den Wert der Tiroler Wirtshauskultur. Das Ziel: Heimische Traditionswirtshäuser sollen erhalten bleiben und stillgelegte reaktiviert werden. Bestehende Leerstände wurden erhoben und Förder- und Beratungsstellen installiert. Nun startet eine Aktivierungskampagne, welche die Probleme, aber auch Lösungswege aufzeigen soll.

📽️ Video | Tirol leider unter Wirtshaussterben

Neben werbewirksamen Aktionen wie dem „Verpacken“ von leer stehenden Gasthäusern setzt die Initiative auf intensive Beratung, auch hinsichtlich möglicher Förderungen, und die Unterstützung durch die Standortagentur Tirol bei Übernahmen bzw. Neueröffnungen. „Nach der Devise ‚Essenszeit ist Lebenszeit‘ entfaltet sich unsere Lebenskultur mit ihren kulinarischen und sozialen Elementen in den gastlichen Stuben auf besondere Art“, betonte Josef Margreiter, Geschäftsführer der Lebensraum Tirol Holding auf der gestrigen Pressekonferenz. Die Tirol Werbung soll deshalb das Bewusstsein für den Erhalt dieser wertvollen Familienbetriebe verstärken. Alois Rainer, Fachgruppenobmann Gastronomie der WK Tirol hob auch die wirtschaftliche Bedeutung der Tiroler Wirtshäuser hervor. „Sie spielen auch eine bedeutende Rolle für die heimische Landwirtschaft, Bauern als Produzenten und Wirte als Veredler ergänzen sich perfekt“, so Rainer.

Einfach nur Gasthaus zu sein, reiche heute aber nicht mehr, so Studienleiter Alexander Plaikner. Der gesellschaftliche Wandel habe große Auswirkungen. „Deshalb ist es wichtig, mit Wirten bzw. Übernehmern einen Diskurs über Innovation in KMU zu führen“, so Plaikner. Der Gasthaus-Erhalt werde auch erschwert durch komplexe Übernahmeprozesse mit risikoreichen Investitionskosten, den Fachkräftemangel und den Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten. Hier gelte es, flexible Lösungen zu finden. (hu)

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