500 „Zukunftsbäume“ sollen Lienz kühlen: Paten gesucht

Lienz pflanzt mit Hilfe von Paten neue ausgesuchte Baumarten, die Wasserdunst erzeugen und Feinstaub binden. Eine umfangreiche Datenbank liefert die Basis, es gibt eine Partnerschaft mit Bruneck (Südtirol).

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Ein Apfelbäumchen fürs Klima: Gerlinde Kieberl, Hannes Niederkofler, Gina Streit, Elisabeth Mattersberger, BM Elisabeth Blanik und Martin König (v. l.) beim Start des Lienzer Projekts „Zukunftsbäume“.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz – Hopfenbuche, Zürgelbaum oder Winterlinde werden bald ihre Äste über die Straßen, Gassen und Wiesen der Stadt Lienz breiten. Diese Baumsorten sind nämlich widerstandsfähiger gegen Hitze als Ahorn oder Kastanie, die jetzt den Baumbestand in der Osttiroler Bezirkshauptstadt dominieren.

Aber auch Apfelbäume gehören zu den zukunftsweisenden Arten. Ein solches Bäumchen, das Früchte der Sorte „Maschanzka“ tragen wird, pflanzten Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und Grünen-Gemeinderätin Gerlinde Kieberl gestern im Park von Schloss Bruck. Die Aktion, unterstützt von Martin König und Elisabeth Mattersberger vom Stadtgartenamt, signalisiert den Start des Projekts „Zukunftsbäume“.

Zur städtischen Infrastruktur gehören nicht nur Straßen, Leitungen oder die Kanalisation. Auch die „Grüne Infrastruktur“ sei wichtig, betont die Bürgermeisterin. „In Anbetracht ständig steigender Temperaturen erhöhen Bäume die Lebensqualität enorm“, sagt Blanik. „Sie spenden Schatten, kühlen und befeuchten durch das Wasser in ihren Blättern die Luft, dämpfen den Straßenlärm und binden Feinstaub. Daher bieten wir Räume für Bäume.“ Öffentliche Himbeer- und Brombeerhecken sollen dem vielen Grün noch Gaumenfreuden hinzufügen.

Bei der Entscheidung, an welchen Stellen Bäume neu gepflanzt oder ersetzt werden sollen, hilft der städtische Baumkataster, den Elisabeth Mattersberger erstellt hat. Der Kataster umfasst rund 3000 Stadtbäume und dokumentiert deren Gesundheit und Klimaresistenz.

Sponsoren für 500 Bäumchen gesucht

Mit dem Start der „Zukunftsbäume“ beginnt auch das Angebot für Patenschaften zu laufen. 500 neue Bäumchen sollen in Lienz gepflanzt werden, für jedes wird ein Sponsor oder eine Sponsorin gesucht. „Eine Patenschaft kostet 350 Euro und man kann sich aussuchen, welche Baumart und welcher Standort es sein soll“, erklärt Martin König. „Auch beim Einsetzen kann man dabei sein, wenn man möchte.“ Pflanzzeiten sind jeweils im Frühjahr und Herbst. Nähere Infos dazu sind unter www.lienz.gv.at/stadtleben/stadtlabor-lienz (Stichwort „Projekte und Initiativen“) zu finden.

Im Bemühen um eine grünere Stadt hat sich Lienz mit dem Südtiroler Bruneck zusammengetan. Im Rahmen eines Interreg-Projekts „Blühende Städte Lienz und Bruneck“ tauschen die Kommunen Informationen und Erfahrungen aus. So war auch der Brunecker Stadtrat Hannes Niederkofler beim Pflanzen des Bäumchens im Schlosspark dabei. „Das Projekt über 200.000 Euro wird zu 80 Prozent gefördert“, erklärt Gina Streit vom Regionsmanagement Osttirol.


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