Ruine Heinfels: Die Burg hat viel zu erzählen

Einziges Museumsstück und Kulturort ist die restaurierte Ruine Heinfels.

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Auch speziell für Kindergruppen bietet ein Team um die Museums­pädagogin Monika Reindl-Sint Führungen auf Burg Heinfels an.
© Blassnig

Von Christoph Blassnig

Heinfels – Mächtige schmiedeeiserne Öfen in einem Ausstellungsraum lassen erahnen, wie schnell die hölzerne Einrichtung und sogar der Dachstuhl der Burg Heinfels Stück für Stück ein Raub der Flammen wurden: Besatzungssoldaten verheizten im wahrsten Sinn des Wortes den Ort ihres Aufenthaltes. In der Folge war im vorigen Jahrhundert der weitere Verfall der einst mächtigen Wehranlage massiv beschleunigt. Nicht nur dort, wo heute Hochzeitspaare das geschichtsträchtige Ambiente der ehemaligen Burgkapelle für ihr Eheversprechen im Kreise ihrer Gäste nutzen, blickte man durch Stockwerke in den freien Himmel. Nun, vier Jahre nach einer aufwändigen Sanierung, ist die Bewahrung eines steinernen Zeitzeugen gelungen. Rund neun Millionen Euro hat der Burgverein mit Unterstützung öffentlicher Gelder bisher investiert. „Es ging uns dabei nicht um die Rekonstruktion, sondern um die Bewahrung vor weiterem Verfall“, berichtet der Burgverantwortliche Peter Leiter. Zur Geschichte des Pustertales gehört nicht nur die Verfolgung Andersgläubiger, auch ein Schatz der Hunnen soll noch nicht entdeckt worden sein.

Das Museum hat seinen Betrieb inzwischen aufgenommen. „Unser Ausstellungsstück ist die Burg selbst“, erklärt Leiter. Ob Kinder oder Erwachsene, in Gruppen werden die Besucher mit einem kurzen Hörspiel empfangen, überwinden mit jeder Stufe einer Treppe Jahrhundert für Jahrhundert und nehmen am Ende ein Stück der Geschichte Osttirols mit sich. Frei zugänglich sind die Burgschenke und der Museumsshop, als „Panorama-Tour“ lässt sich ein nicht geführter Rundgang durch die Kernburg buchen: „Von den Rondellen auf der Westseite in den Burghof und über die historische Wendeltreppe in den alten Wohnturm (‚Palas‘) zu den imposanten Ausblicken auf das Kapellendach und auf den 21 Meter hohen Bergfried“, verspricht die Homepage auch imposante Ausblicke in das Osttiroler Pustertal.

Eine Besichtigung der gesamten Burganlage ist mit Kulturvermittlern des Museumsvereins möglich. Die Führungen werden auf Deutsch, Englisch und Italienisch angeboten und sind ausschließlich nach vorheriger Online-Buchung unter www.burg-heinfels.com oder per E-Mail möglich. „Wir empfehlen außerdem gutes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung“, rät der Burgverantwortliche. An den Freitagen ist die Burg bis 22 Uhr geöffnet, „die Stimmung in der Dunkelheit ist etwas Besonderes“, verspricht Leiter.

Auch als Kultur- und Veranstaltungsort soll die Anlage Strahlkraft bis weit über die Grenzen des Bezirks hinaus entwickeln. Die Besucherzahlen sind beschränkt, auch, um alle Veranstaltungen bei Schlechtwetter vom Innenhof in das Gemäuer verlegen zu können. „Wir wollen heimischen Musikern eine Bühne bieten und heimisches Publikum zu uns einladen.“


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