Versicherung: Unwetterschäden heuer im ersten Halbjahr deutlich höher

Im ersten Halbjahr 2021 wurden deutlich höhere Umweltschäden verzeichnet, teilt die Versicherungsgruppe Vienna Insurance mit. Konzernweit waren sie mit brutto rund 200 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch als im Vorjahreszeitraum.

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Die Politik müsse Rahmenbedingungen für flächendeckende Naturkatastrophen-Versicherungen schaffen, fordert VIG-Chefin Stadler. (Symbolfoto).
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Wien – Im ersten Halbjahr des Jahres verzeichnete die Vienna Insurance Group (VIG) deutlich höhere Umweltschäden. Konzernweit waren sie mit brutto rund 200 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch als im Vorjahreszeitraum, sagte VIG-Chefin Elisabeth Stadler. Abzüglich Rückversicherung verlieb bei der VIG davon rund die Hälfte. Im ersten Halbjahr hat die VIG deutlich mehr Gewinn gemacht und die Prämieneinnahmen erhöht, wie der Versicherungskonzern heute mitteilte.

Naturkatastrophen sind grundsätzlich nicht versicherbar. Für eine flächendeckende Absicherung von Unwetterschäden müssten Rahmenbedingungen von der Politik gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft geschaffen werden, so Stadler. Die Versicherungswirtschaft habe bereits vor Jahren Vorschläge für eine Pflichtversicherung gemacht, etwa durch ein Andocken an die Feuerversicherung. Für die Kunden müsse es eine Naturkatastrophendeckung sein, die finanzierbar und auf leistbarem Niveau sei, betonte Stadler. Wichtig sei es auch, Vorsorge und Präventionsmaßnahmen zu treffen.

Plus für private Kranken- und Lebensversicherungen

Das Interesse an privaten Krankenversicherungen sei in der Pandemie gestiegen. Auch bei den Abschlüssen zeige sich ein leichter Trend nach oben. Die Leistungen der privaten Krankenversicherung seien in der ersten Pandemiephase rückläufig gewesen, beispielsweise wurden Operationen verschoben. Nun gebe es einen Aufholprozess und eine Rückkehr zur Normalität. Die VIG hat in der Krankenversicherung im ersten Halbjahr die Prämieneinnahmen um 3,3 Prozent auf 368 Mio. Euro gesteigert.

In der Lebensversicherung gab es gegen laufende Prämienzahlung ein Plus von 1,9 Prozent auf 1,36 Mrd. Euro. Bei den Einmalerlägen dagegen einen strategiekonformen Rückgang um 6,7 Prozent auf 446 Mio. Euro. Stadler sieht angesichts der niedrigen Zinsen einen Trend zu fonds- und indexgebundenen Lebensversicherungen. Auch die klassische Lebensversicherung werde im Konzern weiter angeboten.

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Der Aktienkurs der Vienna Insurance Group seit Anfang 2020.
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Stadler: schließt an Niveau vor Pandemie an

Im ersten Halbjahr habe die VIG trotz der weltweiten Pandemie ein sehr starkes Ergebnis erzielt, betont die VIG-Chefin. Die Geschäftsentwicklung schließe an das Niveau vor der Coronapandemie an, so Stadler laut Mitteilung. Als positiven Einfluss für die stabile Entwicklung sieht Stadler das Geschäftsmodell, das allen regionalen Gruppengesellschaften die erforderliche unternehmerische Freiheit gebe, um mit lokal abgestimmten Angeboten und Lösungen erfolgreich zu sein.

Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bekräftigt. Neben der weiter anhaltenden Coronapandemie und der hohen Unsicherheit über die Entwicklung und Auswirkungen der Delta-Variante könnten weitere Naturkatastrophen den Verlauf des zweiten Halbjahres 2021 beeinflussen. "Wir sind trotzdem und auf Grund unserer umsichtigen Reservierungspolitik zuversichtlich, unsere angestrebten Ziele für 2021 zu erreichen", so Stadler. (APA)


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