Tausende Wanderer dabei: Zwei Täler, zwei Routen und eine Leidenschaft

Der Ehrgeiz, beim Steinbockmarsch im Zillertal oder dem 4-Seen-Marsch im Ötztal mitzumachen, ist ungebrochen. Tausende Wanderer sind unterwegs.

  • Artikel
  • Diskussion
Am Wochenende locken zwei große Wanderveranstaltungen ins Ötztal und Zillertal. In Ginzling gehen insgesamt 1000 Wanderer und Bergläufer beim 53. Steinbockmarsch an den Start.
© TVB Mayrhofen/Ebenbichler

Ginzling, Längenfeld – Es ist die Freude am Wandern, das herrliche Panorama, aber vor allem auch die Herausforderung, die unzählige Wanderer dieses Wochenende ins Zillertal und Ötztal zieht, denn dort locken gleich zwei sportliche Veranstaltungen der besonderen Art.

30 Kilometer, 1871 m im Anstieg, 1613 m im Abstieg – das ist der Zillertaler Steinbockmarsch in Ginzling. Eigentlich – denn heuer ist alles anders. Nicht nur, dass die Teilnehmerzahl Corona-bedingt um die Hälfte auf 1000 Bergfans reduziert wurde, sondern auch die Strecke muss kurzerhand geändert werden. Aufgrund der heftigen Unwetter der letzten Tage ist die beliebte Route vom Floitengrund über die Mörchnerscharte sowie Berliner Hütte nicht machbar. „Die Begehung mit dem Landesgeologen hat gezeigt, dass wir ausweichen müssen. Aber die Ersatzstrecke ist nicht weniger anspruchsvoll“, erklärt Stefan Mariacher vom Organisationsteam der FF Ginzling. Die alternative Route führt von Ginzling über den Birglberg hinauf bis zum Friesenberghaus, dann hinunter zum Schlegeisstausee und weiter ins Ziel zum Alpengasthaus Breitlahner. Rund 24 Kilometer und bis zum höchsten Punkt gut 1500 Höhenmeter müssen die 830 Wanderer und 170 Läufer bewältigen.„Wir hätten noch 100 weitere Anfragen, aber mehr geht nicht. Wir sind froh, den Bewerb überhaupt durchführen zu können“, sagt Mariacher.

Neben dem Wandererlebnis bietet der 53. Steinbockmarsch auch ein buntes Rahmenprogramm. Zudem sorgt Life Radio Tirol mit seiner Sommertour am Festgelände für Stimmung.

Der „4-Seen-Marsch“ lockt am Sonntag ins Ötztal. In Längenfeld können die Teilnehmenden von Lehn aus die hochalpine Route in Angriff nehmen. „Wir sprechen mit der Veranstaltung sowohl die Wander- als auch die Trailrunningszene an“, bestätigt Leo Holzknecht von Ötztal Tourismus. Ein flexibler Beginn zwischen 6 und 7 Uhr führt über 16,7 Kilometer in die Bergseenwelt. Verteilt auf 1500 Höhenmeter ist dafür eine Gehzeit von sechs bis acht Stunden einzuplanen. „Die Trailrunner schaffen es in etwas über zwei Stunden“, weiß Holzknecht. Die Strecke gilt als anspruchsvoll, aber technisch leicht, und als eine der schönsten im Ötztal. Mit entsprechender Vorbereitung sowie gutem Schuhwerk ist sie für alle zu bewältigen.

Vier Bergseen geben der Veranstaltung ihren Namen. Zuerst geht es über die Stabele Alm und die Leckalm zum Plattach See. Als nächstes über die Felder Scharte, den mit 2680 Metern höchsten Punkt, zum blau-grün funkelnden Weißen See. Weiter vorbei am smaragdgrünen Spitzigsee gelangen die Teilnehmer schließlich an den Hauersee. Die Runde führt die Wanderfreunde dann über die Innerbergalm zurück an den Ausgangspunkt in Lehn. Betreut durch die Bergrettung Längenfeld, vorbei an Labestationen mit Vitaminriegeln sowie Getränken, erhalten alle, die bis 17 Uhr das Ziel erreichen, die begehrte 4-Seen-Marsch-Medaille. (emf, top)


Kommentieren


Schlagworte