Einkommen von Österreichs Bauern stagnieren

In der Corona-Krise konnten die landwirtschaftlichen Betriebe ihre Erlöse leicht steigern. Bergbauern verdienten deutlich weniger.

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Die Bergbauern-Einkommen sanken um vier Prozent.
© Wenzel

Wien – Die Land- und Forstwirtschaftsbetriebe in Österreich konnten im Corona-Jahr 2020 ihre Einkommen im Schnitt leicht verbessern. Über mehrere Jahre betrachtet stagnieren ihre Einkommen jedoch.

Laut dem aktuellen Grünen Bericht des Landwirtschaftsministeriums, der die Einkommen in der Land- und Forstwirtschaft analysiert, verdienten die Betriebe im Jahr 2020 um 1,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Demnach stiegen die Einkünfte auf durchschnittlich 28.368 Euro pro Betrieb. Noch vor zehn Jahren betrugen die Einkünfte jedoch noch im Schnitt 35.631 Euro.

Vor allem gestiegene Erträge im Getreidebau und der Milchwirtschaft, gestiegene Preise bei Ölfrüchten und Obst sowie eine Produktionsausweitung in der Schweinehaltung hätten 2020 für einen Einkommensanstieg gesorgt. Positiv hätten sich auch die Covid-19-Unterstützungsmaßnahmen ausgewirkt.

Zugleich seien Abschreibungen für Maschinen und Geräte sowie die infolge von verstärkten Investitionen abgeführten Umsatzsteuern gestiegen. Forstwirte hat zudem der geringere Holzeinschlag und ein hoher Schadholzanteil durch den Borkenkäfer belastet.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) verweist auf die stabile Entwicklung der Landwirtschaft während der Corona-Krise, fordert aber ein Ende der „Dumpingschlachten des Handels auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern“. Lebensmittelkonzerne seien gefordert, „faire Produktpreise für die hochwertige Qualität der heimischen Landwirte zu bezahlen“.

Nach Betriebsarten konnten laut dem Bericht Dauerkultur-, Marktfrucht-, Veredelungs-, Gemischt- und Biobetriebe ihre Einkommen steigern. Weniger verdient haben Forst- und Bergbauernbetriebe. Letztere mussten Einkommenseinbußen von vier Prozent auf 21.827 Euro hinnehmen. (ecke)


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