Nach Dominic Thiem beendet auch Rafael Nadal die Saison vorzeitig

Der 20-fache Grand-Slam-Sieger aus Spanien begründete den Schritt zehn Tage vor Beginn der US Open mit einer Fuß-Verletzung.

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Rafael Nadal muss die Saison 2021 vorzeitig beenden.
© Kyle Gustafson via www.imago-images.de

Manacor - Nach Dominic Thiem, der am Mittwoch wegen seiner Handgelenksverletzung seine Saison vorzeitig beenden musste, hat nun auch Rafael Nadal 2021 abgehakt. Der 20-fache Grand-Slam-Sieger aus Spanien begründete den Schritt zehn Tage vor Beginn der US Open ebenfalls mit einer Verletzung. "Ich muss euch informieren, dass ich leider die Saison 2021 beenden muss. Ehrlich gesagt, leide ich an meiner Fußverletzung seit einem Jahr viel mehr als ich sollte und muss mir etwas Zeit geben."

Damit fehlt bei den am 30. August beginnenden US Open nach Titelverteidiger Thiem und dem ebenfalls schon länger verletzten Roger Federer, der wegen einer weiteren Operation mehrere Monate ausfallen wird, ein weiterer Topstar. Für Novak Djokovic, der in New York mit einem weiteren Titelgewinn den "Grand Slam" schaffen könnte, ist diese Aufgabe damit nicht schwieriger geworden. Er könnte nach Don Budge (USA/1938) und Rod Laver (AUS/1962, 1969) der insgesamt dritte Spieler werden, der alle vier Majors innerhalb des gleichen Kalenderjahres gewinnt.

Nadal hatte eine überraschende Auftakt-Niederlage in Washington erlitten und daraufhin für Cincinnati abgesagt. Die Verletzung am linken Fuß ist schon bei den French Open im Halbfinale gegen Djokovic wieder aufgeflammt. Doch sie begleitet den Mallorquiner sogar schon seit 2005, wie er am Freitag mitteilte. "Doch sie hat mich nicht daran gehindert, meine Karriere zu verfolgen", so Nadal.

Danach hatte er auf Wimbledon sowie die Olympischen Spiele in Tokio verzichten müssen. "Zwei Anlässe, die mir sehr am Herzen liegen", wie Nadal betonte. "Ich muss eine Lösung finden oder es zumindest verbessern, um noch Optionen für die nächsten paar Jahre zu haben, erläuterte der 13-fache French-Open-Sieger weiter.

Keine Gedanken an Rücktritt

Er haben jedenfalls "maximalen Enthusiasmus" alles Mögliche zu tun, um sich so gut zu erholen, dass er für die Dinge, die ihn wirklich motivieren, weiterspielen kann. Bei den US Open fehlen damit wieder Federer und Nadal - wie schon vor einem Jahr. Damals schien der Weg für Djokovic frei, als er aber wegen eines Ausrasters disqualifiziert worden war. In der Folge sicherte sich Thiem als insgesamt erst zweiter Österreicher nach Thomas Muster einen Grand-Slam-Einzel-Titel.

An einen Rücktritt denkt Nadal aber nicht, versichert er. "Ich werde mir nun die Zeit nehmen, um meine Bestform wieder zu finden", verspricht Nadal. (APA)

Tsitsipas sorgt mit Impf-Aussagen für Aufsehen

Die Nummern eins bis vier haben am Donnerstag beim Masters-1000-Turnier in Cincinnati das Viertelfinale erreicht. Angeführt von Montreal-Sieger Daniil Medwedew setzten sich auch Stefanos Tsitsipas, der allerdings gegen Lorenzo Sonego drei Sätze benötigte, Olympiasieger Alexander Zverev und Andrej Rublew in ihren Achtelfinali im US-Bundesstaat Ohio durch. Tsitsipas sorgte allerdings abseits der Tennis-Courts zumindest in der griechischen Regierung für Unmut.

Der 23-jährige Grieche hatte diese Woche gegenüber Journalisten in Bezug auf die Corona-Impfung Bedenken geäußert. "Ich bin nicht gegen Impfungen, aber ich sehe keinen Grund für jemanden in meinem Alter, mich impfen zu lassen." Die Impfung sei nicht genug getestet worden und habe Nebenwirkungen. "Solange sie nicht verpflichtend ist, kann das jeder für sich selbst entscheiden", so Tsitsipas.

Diese Aussagen des Tennis-Stars gefallen der griechischen Regierung nicht. "Er hat weder das Wissen, noch den Zugang zu Studien, um die Notwendigkeit von Impfungen zu beurteilen", wurde Regierungssprecher Giannis Oikonomou in griechischen Medienberichten zitiert. Dieser lobte zwar die sportlichen Leistungen von Tsitsipas, aber er habe eben nicht den Hintergrund, der es ihm "erlauben würde, sich eine Meinung darüber zu bilden". Eine Aussage, die ebenfalls für Diskussionen sorgen könnte.

Oikonomou präzisierte allerdings, dass Tsitsipas und andere Berühmtheiten mit solchen Aussagen vorsichtig sein müssten, da sie über eine sehr große Plattform (wie etwa auch über soziale Netzwerke etc.) verfügen würden. U.a. hatte sich im April auch schon der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic insofern geäußert, dass er hoffe, die Impfung werde für Spieler nicht verpflichtend. Fragen, ob er sich impfen lasse, wollte er nicht beantworten.


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