AstraZeneca berichtet vielversprechende Daten zu Antikörper-Medikament

Der Pharmakonzern AstraZeneca arbeitet an einem Antikörper-Medikament. Dieses wird für Personen entwickelt, für die eine Impfung nicht geeignet ist. Erste Studiendaten versprechen eine hohe Wirksamkeit.

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Das neue Antikörper-Medikament soll vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, die sich auf die Wirksamkeit der Impfung auswirken, nützlich sein. (Symbolbild).
© pixabay/Miguel Á. Padriñán

London – Klinischen Tests zufolge soll das neue Antikörper-Medikament des Pharmakonzerns AstraZeneca wirksam vor einer Corona-Erkrankung schützen. Das Medikament AZD7442 – eine Kombination zweier langwirksamer Antikörper – ist speziell für Menschen gedacht, für die eine Impfung aus bestimmten Gründen nicht besonders gut geeignet ist. AstraZeneca teilte mit, dass aus Tests einer klinischen Phase-III-Studie hervor ginge, dass das Medikament das Risiko symptomatisch an Covid-19 zu erkranken um 77 Prozent verringere.

Medikament soll bis zu zwölf Monate halten

Keiner der Probanden die das Medikament verabreicht bekamen erkrankte schwer oder starb. In der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt, gab es drei schwere Covid-Fälle und zwei Todesfälle, so der Konzern am Freitag in London. Das Antikörpermittel wird in einer Dosis in den Muskel gespritzt und soll damit leicht zu verabreichen sein. Dem Unternehmen zufolge ist das Medikament das erste präventive Mittel, das kein Impfstoff ist und in klinischen Studien einen wirksamen Schutz vor Covid-19 gezeigt hat. Bei einer Impfung soll der Körper selbst Antikörper herstellen, bei AZD7442 werden diese von außen verabreicht.

Die Schutzwirkung soll bis zu zwölf Monate anhalten und auch gegen die derzeit kursierende Delta-Variante funktionieren. Im Laufe des Jahres sollen weiterführende Daten aus der Phase-III-Studie vorgelegt werden, da weitere Tests noch laufen. Als Nächstes soll eine Zulassung des Mittels bei den Behörden beantragt werden.

Für Personen ohne ausreichenden Schutz durch Impfstoffe

Forschungschef bei AstraZeneca, Mene Pangalos, sagte: "Wir brauchen weitere Ansätze für Menschen, die nicht ausreichend durch die Corona-Impfstoffe geschützt werden". Das Antikörpermittel habe das Potenzial gemeinsam mit Impfstoffen symptomatische und schwere Erkrankungen zu vermeiden. Der britisch-schwedische Pharmakonzern ist einer der Hersteller, die im vergangenen Jahr einen wirksamen Corona-Impfstoff auf den Markt brachten.

An den klinischen Tests des Antikörper-Medikaments nahmen 5.172 erwachsene Probanden in Europa und den USA teil. Diese waren zu diesem Zeitpunkt nicht geimpft und wiesen keine Corona-Infektion auf. Mehr als 75 Prozent hatten Vorerkrankungen, die zur Folge haben, dass die zugelassenen Impfstoffe für sie eine schlechtere Schutzwirkung haben oder die nicht geimpft werden können. AstraZeneca schätzt, dass dies auf rund zwei Prozent der Weltbevölkerung zutreffen könnte. (APA,dpa)


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