Altbau mit neuer Lebensqualität im Bezirk Landeck

Saniert anstatt dem Verfall preisgegeben: Im Bezirk Landeck entstanden 5700 Quadratmeter Wohnraum in verwaisten Häusern. Fördermittel geben Anreiz.

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Harald Kröpfl (l.), Koordinator für Ortskernrevitalisierung, führt die Terra-Raetica-Besucher durch den Stanzer Pfarrwidum.
© Regionalmanagement regioL

Von Helmut Wenzel

Landeck – Einst standen in Silz 80 Objekte leer – Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude. Heute gilt der Ort als Vorzeigedorf für Ortskernrevitalisierung im Oberland: 32 geförderte Projekte wurden realisiert, 53 Wohneinheiten entstanden in alter Bausubstanz. Die Alternative zur Revitalisierung wäre ein Neubau dieser Wohnungen gewesen – mit einem Flächenverbrauch von 22.000 Quadratmetern, was der Größe von drei Fußballfeldern entspricht.

Für den Bezirk Landeck zog das Regionalmanagement regioL eine Zwischenbilanz zur Ortskernrevitalisierung, die vom Land (Abteilung Dorferneuerung) gefördert wird: Von 2015 bis 2019 sind 13 Projekte fertig gestellt worden. Von 2019 bis Mitte 2021 waren es 18 Projekte. Derzeit sind sechs weitere Projekte in Arbeit. „Damit konnten in Summe rund 5700 Quadratmeter Wohnnutzfläche revitalisiert werden“, fasste Gabriele Juen für das Regionalmanagement zusammen.

Die Nutzung von verwaisten Häusern im Dorf ist eine Möglichkeit, Flächenverbrauch einzudämmen.
Harald Kröpfl (Architekt)

Die Bewohner dürfen sich über neue Lebensqualität im Altbau freuen. „Der Großteil der restaurierten Wohnräume ist mit neuem Leben erfüllt“, schilderte Juen. Koordinator und Berater für die Wiederbelebung der alten Bausubstanz ist der Landecker Architekt Harald Kröpfl. Zur Ortskernrevitalisierung erklärt er: „Es geht um eine zeitgemäße Nutzung der Leerstände. Es ist auch eine Möglichkeit, den Verbrauch neuer Flächen einzudämmen.“ Die Schaffung von Wohnraum im Ortszentrum trage dazu bei, leistbares Wohnen und den Erhalt traditioneller Gebäude zu fördern. Zudem soll Abwanderung aus dem ländlichen Raum gestoppt werden.

Private Wohnhäuser können ebenso gefördert werden wie Gebäude in öffentlichem Besitz. Im Brennereidorf Stanz etwa ist der Pfarrwidum aus dem 16. Jahrhundert zuletzt mustergültig revitalisiert worden. Das Objekt gehört der Kirche, die Gemeinde hat das Nutzungsrecht. „Stanz ist stolz auf das gelungene Projekt“, hob Bürgermeister Ferdl Beer kürzlich hervor, als die Steuerungsgruppe für Ortskernrevitalisierung in der Terra-Raetica-Region auf Besuch war. Das grenzüberschreitende Treffen diente dem Erfahrungsaustausch im „Best-Practice-Beispiel“ des Bezirkes: Im Zuge der Widum-Sanierung konnte die Gemeinde Stanz u. a. attraktive Räume für die Tagespflege des regionalen Sozialsprengels einrichten. Zudem habe man sich den Verbrauch von neuem Bauland erspart. „Die Lösungsansätze zur Ortskernrevitalisierung in der Terra-Raetica-Region sollen weiterentwickelt werden“, erklärten die Teilnehmer abschließend.

Für alle, die leerstehende oder teilweise leerstehende Gebäude haben und diese wiederbeleben möchten, bietet das Landecker Regionalmanagement kostenlose Beratung an. Infos gibt es über Förderungen, Sanierung und Energieversorgung. Kontakt: Tel. 05442/67804 oder E-Mail: info@regiol.at


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