Renault Alpine im Test: Eine Französin zum Verlieben

Autos wie die Renault Alpine sind mittlerweile zur Seltenheit geworden. In unserem Test verraten wir, warum das so schade ist.

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Die Optik der Alpine erinnert an den erfolgreichen Sportwagen der Sechziger.
© Letzner

Von Lukas Letzner

Innsbruck – Vielleicht erinnern sich manche noch an die Ralley-Erfolge der Alpine A110 in den sechziger und siebziger Jahren. Renault hat diese Rennsportlegende vor knapp drei Jahren wieder zum Leben erweckt und wegen des großen Interesses letztes Jahr sogar eine geschärfte S-Version nachgeschoben. Als diese dann bei uns auf der Test-Liste auftauchte, freuten wir uns sehr, denn dank des SUV-Booms der letzten Jahre sind solche Autos zur echten Rarität geworden.

Vor ein paar Wochen war es dann endlich so weit, und wir durften unsere donnergraue Alpine A110S in Empfang nehmen. Bei so einem Auto stehen die stammtischrelevanten Eckdaten im Vordergrund, weshalb wir damit gleich aufräumen wollen: Zwischen den Achsen (die Französin verfügt über einen Mittelmotor) sitzt ein 1,8-Liter-Vierzylinder, der im Idealfall 292 Pferdchen antraben lässt. Diese katapultieren die Tachonadel der Alpine dann innerhalb von 4,4 Sekunden bis zur 100er-Marke. Ein erwähnenswertes Detail ist auch das Gewicht, denn das betörende Blechkleid der Französin wiegt nur luftige 1100 Kilogramm.

Doch das ist bei Weitem nicht das Wichtigste! Viel beeindruckender ist der betörende Klang, den der Vierzylinder auf dem Weg dorthin macht. Schon auf den ersten Metern zaubert er einem ein Lächeln ins Gesicht und man merkt auch gleich, was die Alpine am besten kann: Das ist Fahren.

Auf dem Parkett der Landstraße fühlt sie sich sichtlich am wohlsten und da der Vierzylinder dem Fahrer sprichwörtlich im Nacken sitzt, kann er jede Fahrt zu einem einzigartigen Erlebnis werden lassen. Vor allem die Leichtigkeit, mit der man diesen kompakten Sportwagen in Kurven aller Radien werfen kann, steht dabei im Vordergrund. Die äußerst direkt abgestimmte Lenkung, das straffe Fahrwerk – alles passt. Man muss aber sagen, dass die Alpine beim Kurventanz auch geführt werden will.

Durch die Mittelmotorkonstruktion, bei der die größte Einzelmasse im Fahrzeug möglichst nah am Schwerpunkt liegt, und die Leichtbauweise der Alpine kann es passieren, dass das Heck des Sportwagens beim Lastwechsel in schnell gefahrenen Kurven ausfällig wird. Die 320 Nm Drehmoment, die das Turboaggregat auf die Hinterachse stemmen, sind daran nicht ganz unbeteiligt. Selbstverständlich hilft einem die Elektronik, in solchen Situationen die Kontrolle zu behalten, dennoch passiert das Schauspiel plötzlicher, als man es von anderen Sportwagen kennt.

Wer mit der A110S auch in der Stadt gerne spielen möchte, der sollte einen Blick ins Multimediasystem der Alpine werfen. Selten kann man so umfangreiche Informationen zu Leistungsdaten oder Beschleunigung abrufen. Sicherlich etwas für Motorbegeisterte. Die Alpine hat aber auch ihren Preis: Mindestens 74.000 Euro muss man für das einzigartige Sportwagenvergnügen aufbringen.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1798 ccm

Drehmoment: 320 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 215 kW/292 PS

L/B/H: 4180/1798/1252 mm

Gewicht: 1114 kg

Kofferraumvolumen: 196 l

Tankinhalt: k. A.

Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h

0 – 100 km/h: 4,4 Sekunden

Verbrauch: 8,0 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Heckantrieb

Preis S-Version: ab 74.000 Euro

CO2-Emission: 163 g/km


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