Peugeot e-208 GT: Die harte Tour für den elektrischen Kurvenräuber

Wie viel Fahrspaß steckt im Peugeot e-208 GT, wenn er genussvoll unvernünftig von der Leine gelassen wird?

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Gegen diesen blauen Blitz verblasst selbst das beste Panorama.
© Angela Fuchs

Von Martin Lugger

Zillertal – Trotz wolkenverhangenen Himmels geht es mit dem neuen Peugeot e-208 voller Vorfreude Richtung Zillertaler Höhenstraße. Bereits die Anreise im leistungsreduzierten „Eco“-Modus lässt auf einen interessanten Ausflug hoffen. Am Beginn der 35 km langen Bergstraße wird der kleine Franzose seines elektronischen Maulkorbs entledigt. Die Beschleunigung auf dem ersten Anstieg im ungezügelten „Sport“-Modus ist beeindruckend. Das gequälte Ächzen der Beifahrerin weicht schnell begeisterten Achterbahn-Vergleichen. Wie auf Schienen katapultiert sich der e-208 mit 260 Nm Drehmoment aus den Kurven. Nach der ersten engen Kehre zeigt er einer doppelt so großen deutschen Sportlimousine samt Sonntagsfahrer unmissverständlich den nicht vorhandenen Auspuff.

Die Elektronik regelt verlässlich den Schlupf, auch als plötzlich der Regen einsetzt. Das in der GT-Ausstattung spürbar straffere Fahrwerk schluckt alle Unebenheiten des längst in die Jahre gekommenen Asphalts. Das Handling erinnert an ein Gokart, so direkt und einfach fühlt sich die Kurvenhatz an. Der kompakte Peugeot „fliegt“ regelrecht über ratternde Weideroste, vorbei an Rotwildherden und sensenschwingenden Bergbauern, und vermittelt auch dank der bissigen, aber superb dosierbaren Bremsen echtes Rallye-Feeling – Kribbeln im Bauch inklusive.

Die Reichweitenanzeige schmilzt ob des gnadenlos sportlichen Fahrbetriebs allerdings wie ein Eis in der Sonne. Prophezeit der gierige Kurvenräuber anfangs noch über 200 km Fahrspaß, sind es zehn Minuten später nur noch halb so viel. Deshalb wird im letzten Abschnitt vorsichtshalber doch noch der Schongang eingelegt. Der geschundene Akku lädt sich während der Talfahrt dann aber um fast 20 Prozent wieder auf.

Fazit: Die Kraftentfaltung des E-Motors hat in Verbindung mit den sportlich abgestimmten Komponenten des e-208 GT eindeutig Suchtpotenzial. Der Knackpunkt ist und bleibt die Akkutechnologie, die dem ungetrübten Fahrvergnügen (noch) recht enge Grenzen setzt.

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