Seat Leon in vierter Generation: Starker Spanier mit mildem Charakter

Die Autos der spanischen Volkswagen-Tochter Seat standen schon immer für sportliche Modelle mit einer gehörigen Portion Emotion. Das ist auch bei der vierten Generation des Leon nicht anders.

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Der Auftritt des Seat Leon stimmt. Hinter dem schicken Blechkleid steckt außerdem allerhand ausgefeilte Technik.
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Von Lukas Letzner

Inzing – Puh! Der sieht ja richtig schick aus! Diesen oder ähnliche Sätze hörten wir während unserer 14 Testtage im Seat Leon FR öfter. Und wir konnten den staunenden Kollegen und Bekannten nur Recht geben. Die vierte Generation des Seat Leon, die bereits letztes Jahr in die Läden der Autohändler rollte, fällt schon am Parkplatz auf und man kann ihn fast schon als echtes Designerstück bezeichnen. Die flache Motorhaube, die leicht nach hinten abfallende Seitenlinie und das extravagante Heck lassen den Spanier sportlich und elegant zugleich auftreten. Das außergewöhnliche Lichtdesign vor allem am Heck – hier verbindet ein schmales und über die gesamte Breite laufendes LED-Leuchtband die beiden Heckleuchten – unterstreicht diesen Eindruck zusätzlich. Mindestens genauso lässig sind die LED-Spots an den Außenspiegeln, die einen mit einem „Hola“ begrüßen. Sportlich und elegant geht es – nicht zuletzt dank der FR-Ausstattung unseres Testwagens – auch im Innenraum weiter. Man wird von angenehm straffen Polstern in Empfang genommen, die schon beim ersten Kontakt glaubhaft machen, dass sie einen auch bei zügigerer Gangart festhalten werden. Die digitalen Armaturen und die verchromten Dekor-Einlagen passen unserer Meinung nach sehr gut zum Auftritt des Spaniers und der 10 Zoll (25,4 Zentimeter) große Touchscreen des Infotainment-Systems ist ein echter Hingucker. Die grafische Aufmachung ist sehr gelungen und integriert sich perfekt in das Fahrzeug. Der Menüaufbau im App-Design wirkt modern und die Reaktionszeiten sind gut, was wirklich keine Selbstverständlichkeit ist.

Das elegante Leuchtband am Heck des Leon ist vor allem nachts ein echter Hingucker.

Unter der schicken Haube unseres Spaniers werkelte ein 1-Liter-Dreizylinder-Benziner, der in unserem Fall aber mit einem Mild-Hybrid-System mit 48 Volt zusammengespannt wurde. Der Verbrenner presst aus seinen drei Töpfen die Kraft von 110 Pferden, erledigt aber seinen Job wirklich gut. Dass er freilich kein GTI ist, liegt auf der Hand. Als entspannter Alltagsbegleiter stellt er aber in jeder Lebenslage genug Leistung bereit. Das typische Schnarren der ungeraden Zylinderzahl wurde von den Ingenieuren sehr gut wegkonstruiert, denn auch bei bemüht sportlicher Fahrweise drang der kernige Sound nur sanft in den gut gedämmten Innenraum. Das Mild-Hybrid-System übernimmt hin und wieder das sanfte Gleiten, indem das System den Motor vom DSG abkoppelt und zeitweise komplett ausschaltet. So wird der Seat Leon zum echten Sparmeister, denn in den 14 Testtagen genehmigte er sich im Schnitt nur 6,1 Liter. Beeindruckend arbeitet sich die Doppelkupplung durch die sieben Gänge. Man musste sich schon konzentrieren, um den Gangwechsel zu bemerken. Wer sich den kompakten Spanier anlachen möchte, der sollte mindestens 18.990 Euro übrige haben. Die von uns getestete FR-Line mit dem Mild-Hybrid-System schlägt dann mit 32.109 Euro zu Buche.

Die Technik

Motor: Dreizylinder-Benziner

Hubraum: 999 ccm

Drehmoment: 200 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 81 kW/110 PS

L/B/H: 4368/1800/1442 mm

Gewicht: 1330/1860 kg

Kofferraumvolumen: 380 – 1301 l

Tankinhalt: 45 l

Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h

0 – 100 km/h: 10,8 Sekunden

Verbrauch: 6,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: 32.109 Euro

CO2-Emission: 102 g/km


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