Regierungschefs sollen Bahnknoten Landeck-Mals fixieren

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Mals, derzeit Endstation der Vinschgerbahn, bleibt starker Knoten im Alpenschienenkreuz.
© Wenzel

Landeck, Mals, Scuol – „Wir halten an der Eisenbahnlinie Landeck-Mals mit Anbindung von Scuol fest“, bekräftigte Siegfried Gohm, Sprecher der Oberländer Initiativgruppe „Pro Reschenbahn“, diese Woche. Der Knoten zur Anbindung der Trasse ins Engadin soll – unterirdisch – in den Sellesbergen bei Nauders gebaut werden.

Die Oberländer Gruppe ist angetreten, um die mehr als 100 Jahre alten Pläne zur „Reschenbahn im Dreiländereck Terra Raetica“ zu aktualisieren. Sie hat bereits eine detaillierte Projektstudie vorgelegt. Zudem will man Überzeugungsarbeit für das Alpenschienenkreuz leisten, das die Regierungschefs von Tirol, Südtirol, Graubünden und der Lombardei vorigen September proklamiert und dazu die Grauner Absichtserklärung unterzeichnet haben.

Den Regionen erteilte die Politik den Auftrag, die Machbarkeit eines Schienenstranges in der Terra-Raetica-Region (Bezirk Landeck, Engadin, Vinschgau und Val Müstair) zu prüfen. Eine gemeinsame Trasse mit Akzeptanz in allen Regionen gibt es bislang nicht – wegen unterschiedlicher Präferenzen zum Verlauf der Bahntrasse.

Der Leiter der Abteilung Mobilitätsplanung, Ekkehard Allinger-Csollich, ist im Auftrag des Landes mit dem „Jahrhundertprojekt“, wie er sagt, befasst. Der nächste wichtige Schritt nach der Grauner Absichtserklärung soll diesen Herbst gesetzt werden. „Geplant ist ein weiteres Treffen der Regierungschefs. Es geht darum, jene Orte zu fixieren, die mit der Bahnlinie verknüpft werden sollen“, so Allinger-Csollich. Das heiße aber nicht, dass damit auch schon die Trasse fixiert wird. „Das ist dann Sache der Bahngesellschaften in den Regionen.“ Zudem müsse die Dreiländerbahn in Zusammenhang mit den großen internationalen Schienennetzen gesehen werden. Die Wirtschaftlichkeit der Reschenbahn allein reiche nicht aus. „Die Alpenquerung über den Reschen macht nur in Verbindung mit der Außerfernerbahn Sinn. Das heißt, es braucht Zulaufstrecken vom süddeutschen und auch vom norditalienischen Raum her“, hob der Experte hervor.

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Über einen Zeitplan zur Realisierung der Dreiländerbahn möchte er nicht spekulieren. „Man muss in großen Zeiträumen denken. Das zeigt uns etwa auch das Beispiel der Unterinntaltrasse.“

„Pro Reschenbahn“ trifft sich demnächst zu weiteren Gesprächen mit den Gemeindepräsidenten im Engadin. Dort gibt es starke Präferenzen für eine Verbindung Scuol–Mals durch das Val Müstair. Doch auch eine Fortsetzung der Trasse von Scuol (Endstation der Rhätischen Bahn) in Richtung Landeck ist Thema. (hwe)


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