Ruf nach mehr Transparenz bei Impfstatus der Spitalspatienten

NEOS-Mandatar Loacker will mehr über den Impfstatus der an Corona erkrankten Spitalspatienten wissen. Die SPÖ moniert die Sputnik-Causa.

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„Gerade jetzt, da sich die vierte Welle immer mehr aufbaut, wäre es enorm wichtig, dass die Bundesregierung anhand von eindeutigen Zahlen und Fakten klar und deutlich zeigt, wie gut die Impfung gegen schwere Erkrankungen wirkt“, befindet NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker.
© Michael Indra via www.imago-images.de

Wien – Die Corona-Infektionszahlen steigen wieder deutlich an, auch in den Spitälern müssen immer mehr an dem Virus erkrankte Patienten behandelt werden. Gleichzeitig lassen sich immer weniger Menschen dagegen impfen. Dass die Vakzine vor einem schweren Verlauf schützen, zeigen Zahlen aus Wien, der Steiermark und Tirol – die TT berichtete. Eine österreichweite Übersicht gibt es nicht. Die NEOS fordern, das zu ändern.

„Gerade jetzt, da sich die vierte Welle immer mehr aufbaut, wäre es enorm wichtig, dass die Bundesregierung anhand von eindeutigen Zahlen und Fakten klar und deutlich zeigt, wie gut die Impfung gegen schwere Erkrankungen wirkt“, befindet NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. Die Daten zum Impfstatus der an Corona erkrankten Spitalspatienten „gibt es schlichtweg im Covid-Dashboard und in den täglichen Presseaussendungen des Bundes nicht“, kritisiert der Nationalratsmandatar. Die Regierung schaffe es nicht, zu sagen, wie viele der Covid-Patienten in den Spitälern geimpft sind und wie viele nicht.

Die Zahlen aus den Ländern „sprechen eine klare Sprache“ und müssten vom Gesundheitsminister (Wolfgang Mückstein, Grüne) „tagtäglich in die Welt hinausposaunt werden“. Für Loacker steht fest: „Die radikalen Impfgegner würde vermutlich auch das nicht überzeugen, aber den vielen zögerlichen Impfmuffeln, die die Impfung nicht grundsätzlich ablehnen, sie aber bisher aus verschiedenen Gründen vor sich hergeschoben haben, könnten diese harten Fakten den notwendigen Schubs geben.“

Die SPÖ wollte indes wissen, wer für die Beschaffung des Corona-Impfstoffs Sputnik V zuständig war, und hat deshalb eine parlamentarische Anfrage an alle Regierungsmitglieder gestellt. Zur Einordnung: ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz hatte im Frühjahr angekündigt, eine Million Dosen des russischen Vakzins kaufen zu wollen. Dazu kam es aber nie.

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„Die Antworten aus den Ministerien zeigen ein verheerendes Bild“, konstatiert SPÖ-Nationalratsmandatar Andreas Kollross. „In dieser Regierung scheint die linke Hand nicht zu wissen, was die rechte Hand tut. Oder der Finanzminister (Gernot Blümel, ÖVP) kann sich wie üblich an nichts erinnern, was ja scheinbar mittlerweile zu seiner Jobbeschreibung gehört.“ Laut Kollross beteuert das Gesundheitsressort gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt, dem Finanzministerium und der Finanzprokuratur, Gespräche mit dem Hersteller geführt zu haben, Blümel behaupte aber, dass seinem Ressort keine Informationen vorliegen würden. (sas)


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