Bei Herbstlohnrunde soll es „ordentlich rascheln“

Die Metallgewerkschaft will heuer ein deutliches Lohnplus ausverhandeln, die Unternehmer mahnen indes zur Vorsicht.

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Im Vorfeld der bevorstehenden Herbstlohnrunde fliegen zwischen den Sozialpartnern bereits die ersten Funken.
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Wien – Die Metallgewerkschafter gehen „mit hohen Erwartungen“ in die Herbstlohnrunde und peilen laut Rainer Wimmer, dem Chef der Produktionsgewerkschaft PRO-GE, einen Abschluss an, „bei dem es ordentlich rascheln muss“. Die Auftragsbücher der Unternehmen seien gut gefüllt. Und die Aussichten für 2022 seien noch besser, so Wimmer in den SN.

Die PRO-GE verweist darauf, dass man im Vorjahr mit dem moderaten Abschluss in der Höhe der damals zugrunde gelegenen Inflation von 1,45 Prozent Verantwortung bewiesen habe, heuer müsse es einen deutlichen Reallohnzuwachs geben. Im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate seien es aktuell 1,7 Prozent, heißt es in dem Bericht. Allerdings verweisen Experten, etwa Josef Baumgartner vom Wifo, darauf, dass die bei 2,2 Prozent für heuer und 2,0 Prozent für 2022 liegenden Jahresdurchschnitts-Inflationserwartungen der Institute wohl nicht zu halten sein werden, sondern erhöht werden müssen.

Arbeitgebervertreter Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), dämpft jedenfalls die Erwartungen der Gewerkschaft: Man könne noch nicht von einem breiten Aufschwung reden, im besten Fall erreiche man wieder das Niveau von 2019. Man sollte daher „auf dem Boden der Realität bleiben“, warnt Knill. Er verweist darauf, dass viele Unternehmen mit hohen Preisen für Vormaterialien konfrontiert seien, auch in den Lieferketten stocke immer noch der Nachschub. Zudem verweist Knill auf die in Österreich relativ hohen Lohnstückkosten, man müsse daher darauf achten, die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden.

Nach Meinung von Wifo-Chef Christoph Badelt befindet sich die Arbeitnehmerseite bei den bevorstehenden Lohnrunden in einer stärkeren Position als in den letzten Jahren. Einerseits sei die Inflation höher, es seien aber auch die Reallohnerhöhungen in den letzten Jahren kleiner gewesen als die Produktivitätssteigerungen. „Das heißt, ich rechne schon mit höheren Lohnrunden“, sagte Badelt in der ZiB 2. Das müsse jedoch nicht zu einer galoppierenden Inflation führen, wenn man hier mit Maß und Ziel ans Werk gehe. Sollte es im Herbst noch einmal zu einem Corona-Lockdown kommen, was er nicht hoffe, werde man die betroffenen Unternehmen und Beschäftigten wieder unterstützen müssen, sagte Badelt.

Durchaus die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale sieht dagegen der Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV), Christian Helmenstein. Er hält die Gründe für die momentan hohe Inflationsrate nicht nur für vorübergehend, etwa was gestiegene Material- und Transportkosten angeht. „Da sehe ich schon Elemente einer Lohn-Preis-Spirale auf uns zukommen“, meinte er laut Presse. „Das wird auch Gegenstand der Kollektivvertragsverhandlungen im Herbst und im Frühjahr sein.“ (TT, APA)


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