Fünf Jahre nach heftigem Erdbeben in Italien: Gedenken in Amatrice

Der Name der italienischen Gemeinde steht für eine verheerende Erdbeben-Katastrophe. Tausende Menschen wurden obdachlos, 299 starben. Fünf Jahre danach gibt es noch viel zu tun.

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Der Urlaubsort Amatrice lag in Trümmern.
© AFP/Guardia di Finanza press off

Amatrice – Fünf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien gedenken Politiker und Vertreter aus Kirche und Gesellschaft am Dienstag in Amatrice der Katastrophe von 2016. Ministerpräsident Mario Draghi wollte am Vormittag zur Zeremonie in den Ort in der Provinz Rieti kommen. Eine Rede war nach Angaben der Regierung zunächst nicht geplant.

Am 24. August 2016 hatte ein Erdbeben der Stärke sechs Amatrice und die Gemeinden in der Umgebung erschüttert. Fast 300 Menschen verloren in Amatrice, Accumoli und Arquata del Tronto ihr Leben.

Eigentlicher Aufbau beginnt erst jetzt

Die Bilder der Katastrophe gingen damals um die Welt. Amatrice lag nach dem Erdbeben in Trümmern. Unter anderem Papst Franziskus besuchte im Oktober 2016 den Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen – und stand vor den Überresten der Häuser.

Das Leben dort sei heute immer noch kompliziert, sagte der Vize-Bürgermeister Amatrices, Massimo Bufacchi, der Deutschen Presse-Agentur. Erst jetzt beginne der eigentliche Aufbau. Für die Menschen, die sich entschieden hätten, in dem Ort zu bleiben, gebe es viele Schwierigkeiten. „Zum Beispiel fehlt ein echtes Krankenhaus, das im Moment im Wiederaufbau steht – mit einer wichtigen Spende der deutschen Bundesregierung“, erzählte er.

Amatrice solle lebendiger, aber vor allem sicherer wieder auferstehen. „Die Geschichte ist unbestreitbar verloren gegangen und die Wunden, die das Erdbeben in der Gemeinschaft hinterlassen hat, sind wirklich schwer zu überwinden“, sagte Bufacchi. Ministerpräsident Draghi will er nach eigenen Angaben bitten, die Zügel weiter straff zu halten und sicherzustellen, dass es weiter Hilfe bei Problemen vor Ort gibt.

Experten fehlen beim Wiederaufbau

Der Wiederaufbau laufe langsam an, berichtete auch der von der Regierung bestellte Kommissar, der sich um die Folgen des Erdbebens kümmert, Giovanni Legnini, am Montag auf einer Pressekonferenz. Es seien zwar viele Unternehmen beim Wiederaufbau tätig, jedoch fehlten teilweise Experten, die die Projekte entwickeln. Mehr als 130 Gemeinden wurden damals von den Beben in Mitleidenschaft gezogen – Amatrice steht symbolisch für die Katastrophe der gesamten Gegend. Für den öffentlichen Wiederaufbau wurden seitdem rund 411 Millionen Euro ausgegeben.

In den Monaten danach und im Folgejahr 2017 erschütterten erneut Beben die Gegend. Tragisch: Im August 2016 hielt ein Kirchturm dem starken Erdbeben stand und galt als Symbol der Katastrophe. Die folgenden Erschütterungen richteten weitere Schäden an ihm an – am Ende stürzte er ein. (dpa)


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