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Kritik wegen Afghanistan-Kurses der ÖVP: „Diese Haltung ist auch würdelos“

Das Nein der ÖVP zur Herberge für afghanische Flüchtlinge missfällt nicht nur Ex-Parteigängern, sondern auch so manchem Funktionär.

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Die „Flüchtlingskoordinatoren“ der einstigen SP/VP-Regierung, Konrad (l.) und Maier, beklagen die Position der jetzigen Kanzlerpartei.
© APA

Von Karin Leitner

Wien – Trotz der dramatischen Lage in Afghanistan, trotz der Kritik von Experten, Kirchenvertretern und des Koalitionspartners – die ÖVP bleibt bei ihrer Position: Flüchtlinge aus Afghanistan würden hierzulande nicht beherbergt. „Das wird es unter meiner Kanzlerschaft nicht geben“, sagt der türkise Kanzler Sebastian Kurz.

„Diese Haltung widerspricht nicht nur der Menschenrechtskonvention, sondern ist würdelos und gegen den Anstand, Menschen, die in Not sind, zu helfen“, moniert Ex-ÖVP-Nationalratsabgeordneter Ferry Maier im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Österreich sollte sich „ein Beispiel an Kanada nehmen“ – in Sachen „Resettlement“, befindet der Kompagnon des „Flüchtlingskoordinators“ der rot-schwarzen Regierung, von Ex-Raiffeisengeneralanwalt Christian Konrad. „Kanada will 20.000 Flüchtlinge aufnehmen. Eine Delegation von Beamten checkt das mit den örtlichen Behörden.“ Um „Leute mit guter Ausbildung“ gehe es. Und so verwahre er sich auch gegen die Aussage, es kämen nur „Verbrecher“ hierher: „So etwas sagt man nur, wenn man herz- und willenlos ist – und die Situation nicht kennt. Wir haben wunderbar integrierte Afghanen. ,Schwarze Schafe‘ gibt es in allen Gesellschaftsschichten, auch bei uns.“


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