Klimaticket: Kärnten einziges Bundesland ohne Regionalticket

Die Steiermark finalisiert Einführungspläne und prognostiziert den Preis über der 500-Euro-Grenze. Burgenland und Niederösterreich halten eine gemeinsame Lösung noch im Dezember für realistisch.

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Die Umsetzung des 1-2-3-Klimatickets läuft noch nicht überall rund.
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Graz/Eisenstadt – Mit der Einführung des 1-2-3-Tickets im Oktober in Kärnten werde noch kein Bundeslandticket kommen, erklärte Adrian Plessin auf APA-Nachfrage, Pressesprecher des Referats Öffentlicher Verkehr und Mobilität von Landesrat Schuschnig (ÖVP). Es sei jedoch geplant und man gehe davon aus, "dass im heurigen Jahr die Eckpunkte finalisiert werden können und es in 2022 dann auch beim Kunden ankommen wird." Kärnten ist somit das einzige Bundesland ohne Regionalticket

Erst müsse aber das Angebot passen, hieß es dazu aus Kärnten: "Das beste und gültigste Ticket nützt nichts, wenn nur 1-2-mal am Tag ein Bus fährt." Zudem sei es eine Frage des Budgets, die innerhalb der Koalition abgeklärt werden müsse. "Damit wir es nicht einführen und eine Folgeregierung es aus finanziellen Gründen wieder abschaffen muss."

Laut dem steirischen Verkehrslandesrat und LHStv. Anton Lang (SPÖ) sind die Einführungspläne für das steirische Klimaticket im Finale. Die Gespräche mit allen Beteiligten seien fast abgeschlossen. Wann das Ticket eingeführt wird und was es kosten soll, werde in den kommenden Wochen bekannt gegeben. Klar scheint jedoch, dass es nicht für 365 Euro pro Jahr zu haben sein wird - selbst die 500-Euro-Grenze dürfte nicht zu halten sein, hieß es schon Anfang Juli.

In einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) meinte er, dass ein Preis von 365 Euro "schlicht nicht möglich" sei, denn die Steiermark könne man nicht mit einem Bundesland wie Vorarlberg vergleichen. Schon eher kann die Grüne Mark mit Oberösterreich verglichen werden, wo das Klimaticket 695 Euro kostet. Den genauen Preis für das steirische Ticket wollte Lang am Dienstag auch auf APA-Nachfrage vorerst noch nicht verraten.

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Verkehrs- und Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) kündigte am vergangenen Mittwoch den Start des Klimatickets für den 26. Oktober an, dem Nationalfeiertag. Zumindest vorerst nicht mit an Bord sind Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Mit dem VOR laufen noch Verhandlungen.

Das Burgenland drängt weiterhin auf eine gemeinsame Lösung und kritisierte erneut das Vorpreschen von Ministerin Gewessler. Mitte September gebe es einen weiteren Termin, hieß es am Dienstag aus dem Büro von Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) zur APA. Man sei für die Einführung des Tickets und habe sich immer konstruktiv eingebracht. Der Fahrplan mit geplantem Start im Dezember sei auch realistisch: "An uns soll es nicht scheitern", meinte Dorners Sprecher. Der gute Wille sei aber von beiden Seiten nötig, forderte er Verhandlungen "auf Augenhöhe". Wichtige offene Fragen müssten gemeinsam geklärt werden.

Der niederösterreichische Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) hat am Dienstag unterstrichen, dass die Einführung des Klimatickets bei gutem Willen aller Partner mit dem Fahrplanwechsel im Dezember realistisch sei. Bereits am Sonntag hatte er festgestellt, dass sich die aktuelle Aufregung "um nur rund 50 Tage" drehe. (APA)


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