Tiroler Versicherung feiert 200 Jahre mit großer Frauen-Aktion

Die Tiroler Versicherung spendet zum Jubiläum mit ihrer Initiative „FrauTiroler“ 200.000 Euro für Frauen- und Kinderprojekte.

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Umfassendes Hilfsprojekt und Kampagne „Feier und Flamme für die Frauen“ (v. l.): Franz Mair, Marketingleiterin Stefanie Egger, Eva Pawlata (Gewaltschutzzentrum Tirol), Isolde Stieg und Walter Schieferer.
© Vahrner

Innsbruck – Im September 1821 bewilligte Kaiser Franz I. mit der Feuer-Assekuranz-Anstalt erstmals die Gründung einer Feuerversicherung in Österreich – und zwar in Tirol. Es ging mit geringen Beiträgen aller um den Schutz vor den Folgen verheerender Brände, die immer wieder Existenzen zerstörten. Diese Tiroler Pionierleistung werde im Osten Österreichs immer wieder ausgeblendet, sagt „Tiroler“-Vorstandsvorsitzender Walter Schieferer. „Vermutlich ist es schwer einzugestehen, dass wesentliche Grundsteine der österreichischen Versicherungswirtschaft nicht in Wien, sondern in Tirol gelegt wurden.“

Die Vorläuferin der heutigen Tiroler Versicherung erstreckte sich auf Alt-Tirol (also inklusive Südtirol und Trentino) sowie Vorarlberg. Schon damals „gehörte“ der Verein nicht der öffentlichen Hand, sondern den Kunden. Der Ein- und Austritt war freiwillig und allen möglich.

Diese Statuten seien auch heute nach zwei Jahrhunderten inhaltlich fast unverändert, man setze auf Solidarität, Nachhaltigkeit, Schadensvermeidung und Regionalität, sagt Vorstand Franz Mair. Und im Gegensatz zu manchem Großen sei man auch heute noch trotz Kriegen und vieler Krisen selbstständig und wirtschaftlich sehr gesund. Die „Tiroler“ hat derzeit 365 Beschäftigte, ein Prämienvolumen von 165 Mio. Euro, ein Veranlagungsvolumen von 501 Mio. Euro, Eigenmittel von 81,6 Mio. Euro und einen Betriebsüberschuss von 15,6 Mio. Euro.

Vor 200 Jahren hätten verheerende Brände den Menschen zu schaffen gemacht, heute seien es etwa die erschreckende Gewalt gegen Frauen und Kinder und auch die noch immer noch in zu vielen Bereichen spürbare Benachteiligung von Frauen, so Schieferer und Mair. In Tirol wurden 2021 im Gewaltschutzzentrum Tirol bisher bereits 1110 Opfer familiärer Gewalt betreut.

Zum Jubiläum wolle man daher eine große Initiative für Frauen und Kinder setzen, betont Isolde Stieg, die mit 1. September in den Vorstand aufrücken wird. Insgesamt 200.000 Euro will die Tiroler Versicherung zum Jubiläum für verschiedene Projekte bereitstellen. Wie die 200.000 Euro verteilt werden, entscheidet je zur Hälfte die Bevölkerung und eine mit Andrea Hohenegger (Opferschutzgruppe Klinik Innsbruck), Eva Pawlata (Gewaltschutzzentrum Tirol), Elisabeth Rathgeb (Caritas Tirol) und Martina Steiner (Plattform offene Jugendarbeit) hochkarätig besetzte Fachjury. Die Fachjury prüft die Qualität, dann werden die Einreichungen für die Bevölkerung in der Europaregion Tirol zur Online-Abstimmung freigeschaltet. Je mehr Stimmen ein Projekt erhält, umso mehr Geld bekommt es (bis zu 10.000 Euro).

Begleitet wird die Initiative mit einer von der Agentur „Weiberwirtschaft“ entwickelten bunten Plakat-Aktion. „Wir wollen dadurch Aufmerksamkeit erregen und Bewusstsein schaffen“, unterstreicht Marketingleiterin Stefanie Egger. (va)


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