„Nevermind-Baby“ klagt Nirvana wegen sexueller Ausbeutung

Spencer Elden, der Öffentlichkeit besser bekannt als das nackte Baby vom Nirvana-Albumcover, verklagt die noch lebenden Bandmitglieder 30 Jahre nach Erscheinen von „Nevermind“ wegen sexueller Ausbeutung.

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Elden verlangt vom Nachlass des verstorbenen Nirvana-Frontmanns Kurt Cobain (M.), den noch lebenden Bandmitgliedern Dave Grohl (l.) und Krist Novoselic (r.) sowie weiteren Beteiligen je mindestens 150.000 US-Dollar.
© Rudi Keuntje via www.imago-images.de

Los Angeles – Das inzwischen erwachsen gewordene Baby eines berühmten Albumcovers der US-Grungeband Nirvana hat die Formation wegen sexueller Ausbeutung verklagt. Spencer Elden, der behauptet, er sei das nackte Baby auf dem Album „Nevermind“ von 1991, fordert Schadenersatz.

Die Bundesklage wurde 30 Jahre nach Erscheinen des bahnbrechenden Grunge-Albums eingereicht, wie das US-Promi-Portal TMZ am Mittwoch unter Berufung auf Gerichtsunterlagen berichtete. Elden behauptet darin, dass er nicht damit einverstanden gewesen sei, dass sein Bild verwendet wurde. Auch seine Erziehungsberechtigten seien nicht damit einverstanden gewesen.

Das Albumcover zeigt demnach den vier Monate alten Elden nackt in einem Swimmingpool, wie er im Wasser vor einem Angelhaken schwimmt, an dem ein Dollar-Schein hängt. In seiner Klage behauptet Elden, dass es sich bei dem Bild um Kinderpornografie handle. Er macht geltend, dass die Band damals versprochen habe, seine Genitalien mit einem Aufkleber zu bedecken. Dies sei aber nicht geschehen.

„Lebenslanger Schaden“

Der Kläger spricht in den Unterlagen von einem lebenslangen Schaden, den er durch die Verwendung des Fotos und die millionenfache Publikation erlitten habe. Er verlangt vom Nachlass des verstorbenen Nirvana-Frontmanns Kurt Cobain, den noch lebenden Bandmitgliedern und weiteren Beteiligen je mindestens 150.000 US-Dollar. Von der Band lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Elden hat das am Albumcover abgedruckte Foto in der Vergangenheit öfters nachgestellt und die Fotos davon veröffentlicht. Zudem ließ er sich „Nevermind“ auf die Brust tätowieren. 2016 hatte er schließlich in einem Interview mit GQ Australia erklärt, mit dem Cover nicht mehr glücklich zu sein. „Ich bin angepisst deswegen, um ehrlich zu sein“, sagte Spencer dem Magazin.

„Nevermind“ war das zweite Studioalbum von Nirvana und bedeutete den Durchbruch für die Band aus Aberdeen im US-Bundesstaat Washington. Die Platte mit Hits wie „Smells Like Teen Spirit“ wurde weltweit rund 30 Millionen Mal verkauft. Sie zählt zu den meistverkauften Musikalben weltweit. (APA/sda, TT.com)


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