Lienz: Umspannwerk und Leitungen werden saniert

In sechs Jahren investiert die Austrian Power Grid AG, Österreichs unabhängiger Stromnetzbetreiber, in Osttirol 30 Millionen Euro.

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Insgesamt investiert die Austrian Power Grid AG 30 Millionen Euro in die Strominfrastruktur Osttirols. Der neue dreiteilige 380/220-kV-Transformator (im Vordergrund) ist das Herzstück im Umspannwerk Lienz.
© APG/Josef Inhöger

Nußdorf-Debant – Es ist inzwischen schon ein Jahr vergangen, seit im Umspannwerk in Nußdorf-Debant ein neuer 380/220-Kilovolt-Transformator in drei riesigen Blöcken angeliefert und aufgestellt worden ist. Erst vor wenigen Tagen ist dieser Spannungswandler, mit einem Gewicht von 816 Tonnen einer der größten seiner Art in Österreich, in Betrieb genommen worden. Der Transformator alleine kostete 7,5 Millionen Euro. Insgesamt investiert die Austrian Power Grid AG (APG), Österreichs unabhängiger Stromnetzbetreiber, der das überregionale Stromtransportnetz steuert und verantwortet, in die Infrastruktur im Bezirk Lienz 30 Millionen Euro. Ende nächsten Jahres sollen diese Arbeiten abgeschlossen werden, die gesamte Bauzeit beträgt sechs Jahre.

„Das Umspannwerk Lienz ist der einzige Strom-Anspeisepunkt für ganz Osttirol aus dem österreichweiten 380/220-Kilovolt-Hochspannungsnetz der APG und deshalb besonders wichtig für die Stromversorgung in der Region“, erläutert Wolfgang Ranninger, der als Projektleiter die Bauarbeiten koordiniert. Nach rund 60 Jahren Betriebsdauer waren Teile der Anlage sanierungsbedürftig. „Seit Herbst 2016 erneuern wir schrittweise die 220-Kilovolt-Schaltanlage, über welche die regionalen Leitungen der Tinetz-Tiroler Netze GmbH aus dem überregionalen APG-Netz versorgt werden – damit der Strom auch in den nächsten Jahrzehnten bei allen Haushalten und Unternehmen aus der Steckdose kommt.“

Die Inbetriebnahme eines solchen Spannungswandlers ist kein einfaches Unterfangen: Innerhalb von zwei Tagen wurde der Trafo mithilfe der Kraftwerksgruppe Malta (Kärnten) etappenweise hochgefahren, von zunächst sehr geringer Spannung bis hin zur Endspannung von 380.000 Volt. „Mit dem neuen Transformator erhöht APG die Ausfallsicherheit für ganz Österreich und erleichtert gleichzeitig die bundesweite Verteilung klimafreundlicher Windenergie: Der Trafo verstärkt nämlich die Verbindung zwischen den Speicherkraftwerken Malta und Reißeck (Kärnten) sowie Kaprun (Salzburg) im Westen des Landes mit den Windkraftanlagen im Osten.“ Überschüssiger Windstrom, der nicht vor Ort verbraucht wird, könne so über weite Strecken abtransportiert und gespeichert werden. Bei Bedarf kann der Strom dann wieder von den Speicherkraftwerken abgerufen und österreichweit genutzt werden. Auch für den internationalen Stromtransport ist der Standort in Osttirol von Bedeutung, fungiert er doch als 220-Kilovolt-Schnittstelle nach Soverzene in Italien.

APG-Unternehmenssprecher Christoph Schuh betont die Dringlichkeit von Investitionen: „Alle APG-Projekte in den Bereichen Netzausbau, Sanierung und Instandhaltung sind unverzichtbare Grundpfeiler für die sichere Stromversorgung der Republik. Sie sind Voraussetzung für die zunehmende Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie und damit wesentlicher Baustein für die Erreichung der österreichischen Klimaziele.“ Verzögerungen würden die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Industrie sowie deren positive ökonomische Effekte gefährden. (TT, bcp)


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