Ausbau begonnen: Ortswärme in St. Johann wächst

Der Ausbau des Fernwärmenetzes in St. Johann schreitet zügig voran. Für die größte Erweiterung seit neun Jahren werden 4,2 Millionen Euro investiert.

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Die Erweiterung des Fernwärmenetzes in der Marktgemeinde St. Johann wird sich mit rund 4,2 Millionen Euro zu Buche schlagen.
© Venier

St. Johann i. T. – Die Ortswärme St. Johann in Tirol GmbH trifft bereits Vorbereitungen zur Fernwärme- und Glasfaserbreitband-Erschließung des geplanten Gewerbegebietes Unterbürg sowie des Areals der ehemaligen Klausnersäge. Erste Bauarbeiten dafür wurden kürzlich am Bruckner- und Taxaweg begonnen.

Die Ortswärme wurde im Jahr 2007 gegründet und hat mit der Marktgemeinde St. Johann, der Gemeinde Oberndorf und der Fritz Egger GmbH drei Gesellschafter.

Zur Bereitstellung der künftig zusätzlich benötigten Energiemenge im Gewerbegebiet Unterbürg und in der Velbenstraße ist es erforderlich, im Bestandsnetz Ergänzungs- und Verstärkungsleitungen zu errichten. Die abgegebene Wärmemenge im Jahr 2020 betrug 58,3 Millionen Kilowattstunden.

Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten dafür hauptsächlich im Bereich der Panorama Badewelt (Pass-Thurn-Straße), des Taxaweges und des Brucknerweges ausgeführt werden. Zusätzlich sind auch in der Innsbruckerstraße kleinräumige Bauarbeiten geplant. „Die Gesamtlänge der heurigen Bauabschnitte beträgt rund 1000 Meter“, erklärt Ortswärme-Geschäftsführer Fritz Obernauer.

Nach der Winterpause soll bis Ende Oktober 2022 der Großteil der Netzneuerschließungen in der Innsbrucker- und Velbenstraße sowie am Römerweg und Richtung Gewerbegebiet Unterbürg erfolgen. Rund 2000 Meter ist die Hauptleitung lang.

„In den letzten Jahren ist das Interesse nach Fernwärme vor allem in der Velbenstraße immer größer geworden, sodass der Bedarf im Zuge der Erschließung von Unterbürg in diesem Straßenzug nun auch gedeckt werden kann“, berichtet Obernauer.

Im Gewerbegebiet Unterbürg und am Areal der ehemaligen Klausnersäge, welche sich seitens der Gemeinde und eines Bauträgers in Projektentwicklung befinden, werden die Erschließungsarbeiten durch die Ortswärme zurzeit in enger Abstimmung mit den jeweiligen Projektbetreibern ausgeführt.

Für die Ortswärme ist das Baulos St. Johann West eines der größten seit der Gründung im Jahr 2007. Die großflächige Ausdehnung der Bauarbeiten, die Eingriffe an den in Betrieb befindlichen Netzen sowie die Bemühungen, die Beschränkungen für die betroffenen Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten, zählen zu den großen Herausforderungen des Projektes, erklärt Geschäftsführer Obernauer, der mit seinen zwölf Mitarbeitern für die Organisation der Baumaßnahmen zuständig ist.

Gespeist wird die Ortswärme St. Johann hauptsächlich mit der Abwärme des Egger-Werks. Derzeit verzeichnet man 766 angeschlossene Gebäude. Im Oktober 2022 sollen es dann 100 mehr und ein zusätzlicher Wärmebedarf von 8,5 Mio. kWh sein. Die Investitionskosten betragen 4,2 Millionen Euro. (mm,TT)


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