Tirols Touristiker hoffen, dass Reisewarnung Geschichte ist

Tirols Touristiker hoffen, dass viele Staaten Deutschland folgen werden und die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr das Maß der Dinge ist.

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Mehr als 50 bei der Sieben-Tage-Inzidenz bedeuteten Reisewarnungen und Quarantäne. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war eisern.
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Von Anita Heubacher

Innsbruck – Deutschland hat die Wende vollzogen. Dieses Mal in der Corona-Politik. Wie berichtet, verabschiedet sich die deutsche Bundesregierung vom Inzidenzwert als dem Indikator in der Pandemie. Die gesetzlich festgeschriebenen Inzidenzwerte werden gestrichen, die Hospitalisierung zählt.

Die 50 als Maß der Dinge sind damit Geschichte. Monatelang hatte Deutschland, wenn Regionen oder Länder die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten hatten, Regionen als Risikogebiet eingestuft, Reisewarnungen verhängt und die, die sich in solch ein Gebiet wagten, mussten bei der Heimkehr in Quarantäne. Damit war der Totalausfall der Wintersaison, und nicht nur der, besiegelt.

Dementsprechend begrüßt wird die Wende von Tirol-Werber Florian Phleps. „Das hilft und wird das Reisen erleichtern.“ Es sei zwar noch nicht klar, wie Deutschland die neuen Regeln ausgestalte, aber das Ende der Inzidenz als Gradmesser sei „sehr erfreulich“. Phleps wünscht sich einheitliche, EU-weite Regeln. Die Nachfrage und die Sehnsucht nach Wintersport seien „riesig“. Auf den Märkten werde bereits geworben. „Wir sind sicher, dass die Wintersaison stattfindet.“ Mit einem Lockdown rechnet Phleps nicht mehr.

Ähnlich sieht es ÖVP-Tourismussprecher Mario Gerber. „Endlich wurde unsere Forderung in unserem wichtigsten Kernmarkt gehört.“ Er hofft, dass viele Länder nachziehen und die Hospitalisierung in den Mittelpunkt rückt. Der Appell richtet sich auch an Parteifreund und Kanzler Sebastian Kurz.

In Ischgl wird die Wende in Deutschland „sehr begrüßt“. Der Ort hat 55 Prozent deutsche Gäste. „Die Abkehr von den Inzidenzen und eine möglichst hohe Herdenimmunität sollten eine Saison möglich machen“, meint TVB-Chef Andreas Steibl. Die Nachfrage sei riesig.

Im Städtetourismus konzentriert man sich auf die nächsten Monate. „Die sind entscheidend“, meint Innsbruck-Tourismus-Chefin Karin Seiler. Sie hofft, dass mit dem „Ende der 50“ auch die Reisewarnungen Geschichte sind.


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