Zehn Wölfe in Tirol nachgewiesen, mehr als 300 tote Schafe gemeldet

Zum ersten Mal wurden heuer in Tirol DNA-Spuren einer Wölfin nach Rissen im Unterland nachgewiesen. In Osttirol wurden zwei tote Kälber gefunden. Ein Wolf griff letzte Woche die Rinderherde im Riegetal an.

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Insgesamt wurden heuer zehn verschiedene Wölfe nach Rissen in Tirol genetisch nachgewiesen.
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Innsbruck – Am Donnerstag lagen wieder Ergebnisse von DNA-Untersuchungen nach diversen Rissen in Tirol vor. In diesem Jahr wurden laut Land bis dato rund 300 Schafe und vereinzelt auch Rinder von großen Beutegreifern getötet. Die meisten Risse sind Wölfen zuzuschreiben. Rund 50 Mal war aber auch ein Bär der Angreifer. "Bislang wurden neun Wölfe aus der italienischen Quellpopulation, darunter eine Wölfin, genetisch identifiziert. Zudem wurde ein Wolf aus der nördlichen Population nachgewiesen", hieß es in der Aussendung.

Ende Juli waren Tiere in Hopfgarten im Brixental/Kelchsau gerissen worden – von einer Wölfin, wie die Untersuchung ergab. Das Tier aus der italienischen Population trägt die Bezeichnung 126FATK. Es ist heuer das erste Mal, dass ein Weibchen in Tirol nachgewiesen wurde.

Geklärt sind auch die Angriffe auf Rinder im Riegetal in Jerzens. Ein Wolf aus der italienischen Population hat vergangene Woche ein Mutterkuh schwer verletzt. Gleich nach dem Auffinden war unklar, ob Wolf oder Bär die Herde attackiert hatte. Im Pitztal war bei Rissen heuer auch schon ein Bär bestätigt worden.

Vergangenen Freitag wurde ein totes neugeborenes Kalb aus Mieders gemeldet. Diese Woche wurde ein erst wenige Tage altes Kalb in Assling tot aufgefunden. Beide Tiere wurden amtsärztlich begutachtet. Es besteht der Verdacht, dass es ein Wolf gerissen hat. In Assling wurde bereits im Juli mehrfach eine Wolf der italienischen Population nachgewiesen. Auch aus Außervillgraten wurde ein totes Kalb gemeldet. Dieses konnte allerdings nur noch anhand von Fotos beurteilt werden. Auch hier gab es bereits Schafsrisse, die einem Wolf zuzuordnen sind.

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Ein weiterer Wolf aus der italienischen Population riss am 18. August mehrere Tiere in Hochoetz. In den benachbarten Almgebieten kam es in diesem Jahr bereits mehrfach zu Rissen, in etlichen Fällen wurde ein Wolf nachgewiesen.

Erste Untersuchungsergebnisse zu überfahrenem Wolf

Einen ersten Zwischenbericht gibt es von der pathologischen Untersuchung des Wolfes, der Sonntagfrüh auf der Inntalautobahn überfahren worden ist. Das männliche Jungtier wog 30,5 Kilo. Todesursache war ein stumpfes Polytrauma infolge des Zusammenstoßes mit dem Auto. Ansonsten wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.

Unklar ist noch, aus welcher Population der tote Wolf stammt. Das Ergebnis der genetischen Untersuchung liegt noch nicht vor. (TT.com)


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