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Knifflige Fragen bei versteckten Baumängeln

Rechtsanwalt Martin J. Moser zeigt auf, wie wichtig die Beweissicherung bei Bauvorhaben ist.

Normalerweise gibt es für Baumängel eine Frist von drei Jahren. Schadenersatzansprüche können aber bis zu 30 Jahre bestehen.
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Können Sie Erfahrungen als Bauanwalt schildern:

Martin J. Moser: Auf beinahe jeder 2. Baustelle entstehen Probleme mit gerade aktuell enorm gestiegenen (Rohstoff-) Preisen, Verzug der Handwerker und – oft auch absichtlich – verdeckten Mängeln. Das betrifft also Tausende Bauvorhaben. Ein Bauprozess dauert durchschnittlich über zwei Jahre und kostet nach meiner vorsichtigen Schätzung im Schnitt 25.000 Euro. Sachverständige und Gerichtsgebühren verschlingen dabei meist Unsummen. Natürlich müssen auch spezialisierte Bauanwälte für ihre Leistungen bezahlt werden. Dabei müssen häufig mehrere Firmen geklagt werden, da diese die Verantwortung für (auch versteckte) Mängel sich üblicherweise wechselseitig zuschieben.

Worin sehen Sie Ursachen für diesen Missstand?

Moser: Mangelhafte Aufträge und Verträge und oft nur mündliche Absprachen verursachen Mehrkosten, die der Bauherr, Haus- oder Wohnungskäufer ohne vorherige anwaltliche Prüfung und Beratung nicht vorhersehen kann. Versteckte Mängel sind bei Übergabe nicht erkennbar, können aber im Rahmen der Gewährleistung grundsätzlich auch nur binnen drei Jahren geltend gemacht werden – außer die Frist wurde ausdrücklich oder stillschweigend verlängert. Allerdings besteht alternativ meist ein Schadenersatzanspruch über 30 Jahre. Nachteil: Es muss hier auch ein Verschulden des Vertragspartners vorliegen, wobei Beweis-erleichterungen gelten.

Was raten Sie Betroffenen beim Auftreten von „versteckten“ Mängeln?

Moser: Fristen müssen eingehalten werden. Die Beratung durch einen auch technisch versierten Rechtsanwalt schon beim ersten Hauch eines Problems ist dann der erste Schritt. Gleichzeitig ist es ungemein wichtig, sofort Beweise zu sichern. Ein altes Sprichwort am Bau zu beherzigen, hilft: „Wer schreibt, der bleibt!“ Also dokumentieren, d. h. der Anwalt sollte unverzüglich mit der Prüfung des Sachverhalts betraut werden. Ansonsten wird jeder Mangel regelmäßig bestritten. In solchen Fällen hat man vor Gericht oder auch bei außergerichtlichen Verhandlungen geringe Chancen. Dann kann auch der beste Rechtsanwalt nur noch wenig ausrichten.

Kontakt: www.moser-anwalt.at

office@moser-anwalt.at


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