Entgeltliche Einschaltung

Kaufanbot wird häufig unterschätzt

Jedes Kaufanbot sollte im Vorfeld genau geprüft werden, weil mit dessen Annahme bereits ein verbindlicher Vertrag entsteht. Rechtsanwältin Katharina Gruber informiert.

Wer ein Kaufanbot abgeben will, sollte unter anderem Wert auf eine Annahmefrist legen.
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Wer am Kauf oder Verkauf einer Immobilie interessiert ist, wird meist auch in die Situation kommen, ein Kaufanbot abgeben oder annehmen zu müssen. Oft wird dabei die Bedeutung des Kaufanbots unterschätzt.

Gibt man als Kaufinteressent ein Kaufanbot gegenüber dem Verkäufer ab, ist man bereits zu diesem Zeitpunkt gebunden. Es ist nicht möglich, ein einmal abgegebenes Kaufanbot wieder zurückzuziehen. Damit diese Bindung nur für eine bestimmte Zeit andauert, sollte das Kaufanbot eine Annahmefrist festlegen. Mit Ablauf dieser Frist erlischt das Kaufanbot; die Bindung des Kaufinteressenten endet. Nimmt der Verkäufer aber das Kaufanbot innerhalb der Frist an, entsteht ein für beide Seiten verbindlicher Vertrag.

Dabei regelt das Kaufanbot bereits die wichtigsten Eckpunkte der späteren Vertragsurkunde. Diese Eckpunkte sind damit fixiert und können nur noch einvernehmlich geändert werden. Zentral sind dabei für einen juristischen Laien oftmals der Kaufpreis und die Zahlungsmodalitäten sowie der Übergabezeitpunkt. Besondere Beachtung sollte aber auch einer exakten Beschreibung des Vertragsgegenstandes und vor allem den Regelungen zur Gewährleistung geschenkt werden. Gerade Letztere werden häufig nur mit allgemein erscheinenden Floskeln umschrieben, deren rechtliche Bedeutung wenig bekannt ist. Das kann zu bösen Überraschungen führen.

Ein Kaufanbot sollte deshalb niemals leichtfertig abgegeben oder angenommen werden. Am besten, Sie lassen das Kaufanbot vorab von einem Rechtsanwalt oder einer Rechtsanwältin Ihres Vertrauens prüfen, damit Sie keine unerwünschten Verpflichtungen eingehen.

Kontakt: www.advocat-tirol.at

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