Wegenetz ausgebaut und beschildert: Imst bemüht sich um Radfahrer

Auch in Imst erobert sich das E-Bike seinen Platz im Straßenverkehr. Die Stadt baut ihr Wegenetz aus, der TVB bemüht sich um den zahlungskräftigen Radgast.

  • Artikel
  • Diskussion
Die Beschilderung nach dem Tiroler Radwanderwege-Leitsystem darf auch durch die Stadt Imst nicht fehlen.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst – „Ich sehe schon viel mehr Radfahrer als früher, speziell seit es E-Bikes gibt“, betont der Imster Verkehrsreferent GR Heini Gstrein. Zahlen über die Nutzer von Fahrrädern in der Stadt gibt es zwar keine, aber das Gefühl, dass es „immer mehr“ werden, das hat auch Umweltreferent GR Norbert Praxmarer. Imst ist halt entlang eines Hanges gebaut und ein Radfahrer hat so manche Geländestufe zu überwinden. Und so sehen die beiden Lokalpolitiker durchaus eine positive Entwicklung durch das verstärkte Auftreten von E-Bikes.

Den Obmann des Umweltausschusses freut’s. Immerhin wurde mit „Imst radelt“ eine „Radoffensive der Stadtgemeinde Imst“ ins Leben gerufen. Der Stadtzeitung wurde ein kleiner Folder mit dem bestehenden Radwegenetz in der Stadt beigelegt. Auch die Beschilderung nach dem Tiroler Radwanderwege-Leitsystem wird installiert. „Es gibt auch schon Rückmeldungen aus der Bevölkerung“, freut sich Praxmarer. Verbesserungsvorschläge würden gerne angenommen. So wolle man etwa Zusatztafeln für Radfahrer anbringen, dass das Fahren gegen die Einbahn erlaubt sei. Ganz konkret geht es auch um die Radverbindung zum Gebiet „Sonnberg/Weinberg/Gunglgrün“. „Wir untersuchen derzeit drei Varianten einer besseren Anbindung über den Putzen. Noch ist nicht klar, was tatsächlich umgesetzt werden kann.“

Das Potenzial für radelnde Imster im Straßenbild sehen sowohl Praxmarer als auch Gstrein als ein großes. „Allein wenn ich sehe, dass die Imster Seniorenradler immer den Bus für ihre Ausflüge voll haben“, meint Praxmarer.

Imst liegt aber freilich auch auf dem internationalen Radweg der Via Claudia. Auch als Raddestination will sich der Tourismusverband stärker positionieren. „Wir haben schon ein tolles Angebot mit der Almenrunde oder auch die Tschirgantrunde“, erklärt der Geschäftsführer des Imst-Tourismus, Thomas Köhle. Damit sei man aber noch nicht am Ende der Fahnenstange. Man arbeite derzeit an diversen Trails, stecke aber dabei teils noch in Verhandlungen. Geplant wären solche Strecken etwa im Tarrenzer Weiler Strad oder auch in Nassereith. Außerdem wolle man mit dem Ötztal-Tourismus einen gemeinsamen Trail von Sautens über Roppen in die Area 47 auf bestehenden Wegen einrichten.

Radfahrer haben also nicht nur ein Umwelt-Potenzial für den Stadtverkehr. „Der Radtourist gibt im Schnitt pro Tag 135 Euro aus“, sieht Köhle eine touristische Zukunft.


Kommentieren


Schlagworte