Wald im Pitztal: 130 Botschaften an die ferne Zukunft

Die Vereine des Arzler Weilers Wald haben eine Zeitkapsel für das 1000-Jahr-Jubiläum 2070 versiegelt.

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Die Vereinsverantwortlichen aus Wald und die Arzler Gemeindeführung versiegelten die Zeitkapsel.
© Raggl

Von Alexander Paschinger

Wald – In Wald ist man stolz auf seine eigene Fasnacht, Schützen und Schützengilde, Feuerwehr, Musikkapelle, Volksschule – fast möchte man glauben, dass der Ort am linken Eingang des Pitztales eine eigene Gemeinde sein könnte. Aber das ist Wald nicht mehr. 1811 wurde man bei Arzl im Pitztal eingemeindet. Aber es wurde nie die eigene Geschichte vergessen, auf welche die heute 619 Seelen zählende Fraktion ebenfalls stolz ist. Denn die erste urkundliche Erwähnung fand 1070 als „Walda“ statt. Es ging um Schenkungen des Bischofs Altwin an die Kirche in Brixen, berichten die beiden Chronisten Daniel Schwarz und Herbert Raggl.

Eigentlich hätte das Dorf mit seinem aktiven Vereinswesen letztes Jahr seinen 950er feiern wollen. Aus bekannten Gründen musste darauf verzichtet werden. Dennoch wollte die Vereinsgemeinschaft (derzeit führt Fasnachtsobmann Tobias Raggl für ein Jahr den Vorsitz) etwas Besonderes machen. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten eine Zeitkapsel gefüllt“, so Raggl. Die Bevölkerung war aufgerufen, Botschaften an die Walder in 50 Jahren zu richten, wenn der Ort sein 1000-Jahr-Jubiläum 2070 feiern wird.

Am Freitag wurde dieses Nirosta-Fass versiegelt. „Es wurden teils Erinnerungsstücke aus dem Jahr 2021, aber auch sehr Persönliches, wie etwa Briefe von Eltern an ihre Kinder und Nachkommen, abgegeben“, so Raggl. Gut 130 Botschaften kamen zusammen – „so an die 15 bis 20 Kilo schwer“.

Die Zeitkapsel wird zu einem späteren Zeitpunkt an einem Platz an der Ortseinfahrt unter einem Betonsockel im Boden versenkt. Noch fehlt nämlich der „krönende Abschluss“ – Jakob Stocker, Walder Schnitzschüler in Elbigenalp, soll nämlich dafür noch eine Skulptur schaffen, die Wald darstellen soll.

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