Rendi-Wagner im ORF-Sommergespräch: Vierter Lockdown kann verhindert werden

Am Montagabend war SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner beim ORF-Sommergespräch an der Reihe. Die Chefin der größten Oppositionspartei sprach sich etwa für die Aufnahme gefährdeter Menschen aus Afghanistan aus. Von einem Corona-Impfzwang hält sie nichts.

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Pamela Rendi-Wagner (re) im Interview mit Lou Lozenz-Dittlbacher.
© HANS PUNZ

Wien – SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hält im Gegensatz zur Virologin Dorothee Von Laer einen vierten Lockdown für vermeidbar. Dafür müssten „wir jetzt aber ganz krass gegensteuern", sagte die Impfmedizinerin im ORF-Sommergespräch Montagabend. Unter anderen solle es an allen Schulen österreichweit zwei PRC-Tests pro Woche geben. In der Debatte um die Aufnahme von Menschen aus Afghanistan sprach sich die SPÖ-Chefin dafür aus, besonders gefährdete Menschen nach Österreich zu holen.

„Einige Hundert, das sollte möglich sein", sagte sie nach einer konkreten Zahl gefragt. Die Rettung besonders gefährdeten Menschen, wie etwa Frauen, solle von einer internationalen Hilfsgemeinschaft, der Österreich angehören solle, organisiert werden. „Wir können diese Menschen nicht in Stich lassen." Gleichzeitig brauche es Schutzzonen in den Nachbarländern. Wegschauen sei keine Option, weder für Europa, noch für Österreich. Die unkontrollierte Migrationswelle nach Mitteleuropa wie 2015 dürfe sich aber nicht wiederholen, so Rendi-Wagner. Österreich und Europa hätten aus den Fehlern von damals allerdings nichts gelernt. Die Linie der SPÖ sei hier einheitlich und klar, „denn ist die einzige machbare Linie", beteuerte die Parteivorsitzende.

📽️ Video | Rendi-Wagner: Hunderte afghanische Frauen herausholen

📺 Im Schnitt 698.000 sahen Rendi-Wagner

Die vierte Ausgabe der heurigen ORF-„Sommergespräche" mit SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner haben im Schnitt 698.000 Zuseherinnen und Zuseher verfolgt. In Spitzen waren am Montagabend bis zu 778.000 Seherinnen und Seher dabei, teilte der ORF in einer Aussendung mit. Das Interview erzielte einen Marktanteil von 25 Prozent.

Damit war das Interesse höher als im vergangenen Jahr, als für das „Sommergespräch" mit Rendi-Wagner im Schnitt 632.000 Personen ORF 2 eingeschaltet hatten. Im Vergleich mit den drei 2021 bereits geführten Gespräche reiht sich die SPÖ-Obfrau hinter FPÖ-Chef Herbert Kickl (849.000) und knapp vor Grünen-Chef Werner Kogler (681.000) und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger (605.000) ein.

Rendi-Wagner für rasche dritte Impfung

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie fordert sie ein Gegensteuern. Es müsste jetzt „mit Hirn und gezielt getestet werden". So hätten alle Reiserückkehrer einen PCR-Tests und "am besten einen zweiten innerhalb einer Woche" machen müssen und nicht nur Urlaubsrückkehrer aus wenigen Ländern. Auch in den Schulen brauche es zwei PCR-Tests in der Woche und das österreichweit, so Rendi-Wagner. Die derzeitige Impfrate von rund 60 Prozent sei zu niedrig. Die dritte Impfung müsse jetzt rasch verabreicht werden. Dann könne es Österreich auch ohne vierten Lockdown schaffen, zeigte sie sich überzeugt. Von einem Impfzwang hält Rendi-Wagner nichts, mit den richtigen Argumenten und der Wahrheit können bis zu 90 Prozent der Menschen überzeugen werden.

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📽️ Video | Rendi-Wagners CoV-Strategie: Mehr testen und impfen

Dass sie in der SPÖ immer wieder mit Widerständen zu kämpfen hat, führte Rendi-Wagner auch darauf zurück, die sie seit 130 Jahren die erste Frau an der Spitze der Sozialdemokratie ist. „Ich befasse mich keine Sekunde damit, aber ich glaube, es ist für viele ungewohnt." Sie hätte sich „natürlich mehr als 75 Prozent" Zustimmung beim Parteitag gewünscht, aber „im Leben gibt es viel härtere Prüfungen".

Kritik an AMS-Chef Kopf

Kritik übte sie an der Forderung von Arbeitsmarktservice-Vorstand Johannes Kopf nach einem „Aus" oder einer massiven Einschränkung für die Zuverdienstmöglichkeit für Arbeitslose. Wenn etwa die Gastronomie nicht genug Arbeitskräfte bekomme, müsse sich die Branche fragen, ob die Arbeitsbedingungen passen. Mit solchen Maßnahmen würde man den arbeitslosen Menschen die „letzte Würde nehmen", das sei sowohl wirtschaftlich als auch menschlich zu hinterfragen. Derzeit ist ein Zuverdienst von 475 Euro im Monat erlaubt. (APA)

📽️ Video | Zusammenfassung des Sommergesprächs:

📽️ Video | Journalistin Daniela Kittner und Politologe Peter Filzmaier zu Rendi-Wagners Aussagen:


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