Autonomes Fahren bleibt noch länger in der Garage

Die Elektromobilität in Europa ist weiter auf der Überholspur. Der E-Anteil an Neuwagenkäufen soll laut einer Studie bis 2025 bereits bei 27 % liegen.

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Aktuell würden sich 38 % der Befragten einer Studie für ein vollautomatisch fahrendes Auto entscheiden .
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Wien – Laut dem „Digital Auto Report 2021“ von Strategy &, der globalen Strategieberatung von PwC, wird bereits 2025 jedes zweite Fahrzeug in Europa vernetzt sein. Im Fokus der Anbieter stehen dabei vor allem Sicherheitsanwendungen, Navigation, erweitertes Fahrzeugmanagement und „Functions-on-Demand“. Das können zum Beispiel das flexible Zuschalten zusätzlicher Batteriereichweite oder Info- und Entertainmentangebote sein.

Zuverlässige Over-the-Air-Updates und die kontinuierliche Weiterentwicklung fahrzeugnaher Dienste würden laut dem Report immer stärker nachgefragt. Zukünftig könnten kollaborative Anwendungen auch ein nachhaltigeres Fahr- und Nutzungsverhalten fördern“, meint Peter Trögel, Automobilexperte und Director bei Strategy & Österreich. Beim autonomen Fahren bleibt die technologische Entwicklung rasant, das Zusammenspiel von Hardware, Software, Infrastruktur und regulatorischen Vorgaben gestaltet sich allerdings weiterhin komplex. Hier sei ein relevanter Marktanteil von mehr als 20 % erst ab 2030 zu erwarten.

Zudem sei die Skepsis hier doch noch sehr groß bzw. ist sogar gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr – das zeige eine Verbraucherumfrage – würden sich nur noch 38 % der Befragten selbst für ein vollautomatisch fahrendes Auto entscheiden (Vergleich zu 2020: 64 %). Von den Befürwortern des automatischen Fahrens zeigt eine große Mehrheit (84 %) die Bereitschaft, für autonome Modelle auch einen Aufpreis zu bezahlen.

Gleichzeitig befinde sich die Elektromobilität in Europa weiter auf der Überholspur, was auch durch starke staatliche Anreize sowie rechtliche Vorgaben vorangetrieben werde. Bis 2025 soll der E-Anteil an Neuwagenverkäufen bereits 27 % betragen – noch vor China (19%) und den USA (6 %). Dabei könnte allerdings die Geschwindigkeit beim Aufbau der Ladeinfrastruktur bald zu einem Wachstumshindernis werden. Ein weiterer Aspekt der mobilen Zukunft seien Lösungen abseits des Besitzes eines Fahrzeugs. So genannte Auto-Abonnements oder flexible Mietoptionen könnten laut dem Bericht bis 2025 10 % der gesamten zurückgelegten Kilometer pro Person ausmachen.

Um den gesteigerten Mobilitätsansprüchen der Nutzerinnen und Nutzer auch in Zukunft gerecht zu werden, müssen, so die Studienautoren, für integrierte Verkehrskonzepte große Datenmengen erhoben und miteinander vernetzt werden. „Komplexe Daten-Architekturen sollten in ihrer Entwicklung die Anforderungen der verschiedenen Stakeholder in den Vordergrund stellen und dürfen gerade mit Blick auf die Verbraucherakzeptanz Aspekte wie Sicherheit und Privatsphäre keinesfalls außer Acht lassen“, so Jonas Seyfferth, Director bei Strategy & Deutschland. (TT)


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