Vater in Wörgl starb an Herzinfarkt, Mordverdacht bleibt aufrecht

Der Sohn des 52-jährigen Opfers steht weiter unter Mordverdacht, weil er laut Staatsanwalt die Absicht hatte, seinen Vater zu töten.

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Der 52-Jährige brach vermutlich nach einer Auseinandersetzung zusammen.
© ZOOM.TIROL

Von Thomas Hörmann

Wörgl – Die Obduktion nach dem tödlichen Familienstreit in Wörgl führte zu einem überraschenden Ergebnis: Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag bekannt gab, ist der 52-Jährige nicht unmittelbar durch Schläge oder Tritte, sondern an einem Herzinfarkt gestorben. „Die Leiche wies Prellungen, Abschürfungen und Blutergüsse im Kopfbereich auf“, fasst Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft, den Obduktionsbericht zusammen. Dennoch steht der Sohn des Opfers, ein 29-jähriger Unterländer, weiter unter Mordverdacht. Ein Verdacht, für den die Staatsanwaltschaft zwei unterschiedliche Gründe anführt: Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand „wollte der Beschuldigte seinen Vater töten“, erklärt Mayr. So bezeugten Nachbarn, dass der 29-Jährige am Samstagmorgen beim gewalttätigen Streit mit seinem Vater mehrfach rief: „Ich bring dich um.“ Außerdem sei davon auszugehen, dass „die körperliche Auseinandersetzung den Herzinfarkt begünstigt hat“, heißt es in einer Aussendung der Staatsanwaltschaft.

Die Argumentation überzeugte auch den Haftrichter: In der Folge wurde bei der Haftprüfungsverhandlung am Dienstagvormittag dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben und die Untersuchungshaft gegen den 29-Jährigen verhängt. Wie schon bei der Einvernahme durch Kriminalbeamte am Sonntag verweigerte der Beschuldigte auch bei der Haftprüfungsverhandlung die Aussage. Somit ist das Motiv für den letztendlich tödlichen Streit weiterhin unklar.

Klar ist hingegen mittlerweile, wie sich die Auseinandersetzung in der Südtiroler Siedlung in groben Zügen abspielte. „Nach dem Spurenbild hat sich der Beschuldigte gewaltsam Zutritt in die Wohnung des Opfers verschafft und dabei zwei versperrte Türen eingetreten“, teilte Mayr mit.

Die folgenden Gewalttätigkeiten waren so heftig, dass die Möbel massiv beschädigt wurden. Als eine Nachbarin einschritt, setzte sich der 52-Jährige vor das Haus und brach leblos zusammen. Erste-Hilfe-Maßnahmen der Polizei blieben ohne Erfolg, der Mann starb an Ort und Stelle. Der alkoholisierte Sohn leistete bei der Festnahme Widerstand.

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