SPÖ fordert mehr Geld von Land und Bund für Gewaltschutz

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Renate Magerle (l.) sowie NR Selma Yildirim, LA Claudia Hagsteiner und Anna Grafonder (alle SPÖ, v. l.) fordern mehr Geld für Gewaltschutz.
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Von Harald Angerer

St. Johann i. T. – Gewalt an Frauen ist in Österreich ein großes Problem. „Doch außer Pressekonferenzen und Versprechungen passiert nichts,“ kritisiert NR Selma Yildirim (SPÖ). Als Beispiel führt sie das Mädchen- und Frauenberatungszentrum Bezirk Kitzbühel in St. Johann an.

„Wir haben vom Bund für das Jahr 2021 genau 5770 Euro an Förderung bekommen“, schildert Obfrau Renate Magerle die Situation der Beratungseinrichtung. Auch bei den sonstigen Förderungen sehe es mager aus, „deshalb sind wir auf private Spenden angewiesen, um den Frauen die Hilfe zukommen zu lassen, die benötigt wird“, erklärt Magerle weiter.

Das besonders Unverständliche: Man würde für mehr Förderung ein Kriterium nicht erfüllen – man habe zu wenig Geld. Es scheitere an der Gegenfinanzierung von Land und Gemeinden. Würden diese mehr Förderung auszahlen, dann könnte es auch mehr Geld vom Bund geben. Von Seiten des Landes gab es für heuer 15.000 Euro Förderung, und auch von den Gemeinden im Bezirk Kitzbühel kommen noch Gelder, aber auch nicht von allen. So zahlen etwa Westendorf, Itter, Schwendt und Brixen gar nichts in den Topf ein.

Knapp die Hälfte der notwendigen 110.000 Euro Kosten im Jahr müssen deshalb aus Spendenmitteln bedient werden. Und der Bedarf ist gegeben, wie Magerle versichert. So verbuchte das Beratungszentrum im Vorjahr 1786 Erstkontakte, in der Übergangswohnung wurden 2490 Nächtigungen (ohne Kinder) verzeichnet. „Es können sich viele Menschen nicht vorstellen, wie gegenwärtig die Gewalt ist“, sagt Magerle. Es würde 50.000 Euro an Förderung brauchen und keine leeren Versprechungen, erklärt Yildirim, und LA Claudia Hagsteiner (SPÖ) fordert, dass das Frauenzentrum als Frauenservicestelle anerkannt wird.

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