Über 2000 Jahre altes Haus auf der Hohen Birga entdeckt

Auf der Hohen Birga traten weitere markante Funde zutage. Die Auswertung erfolgt mit neuester Technik.

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Den Archäologen gelang es erneut, auf der Hohen Birga ein eisenzeitliches Gebäude freizulegen.
© F. M. Müller

Birgitz – Bei Grabungen auf der Hohen Birga konnten Archäologen heuer ein weiteres über 2000 Jahre altes Gebäude freilegen. Am Hügel bei Birgitz erforscht die Universität Innsbruck ja seit einigen Jahren eine Siedlung aus der jüngeren Eisenzeit. Dabei stießen die Experten heuer eben in einer kleinen Senke im Ostbereich unter einem massiven Versturz von Steinen auf die Überreste eines Gebäudes. Dieses konnte ursprünglich durch einen aus großen Steinen in Trockenbauweise errichteten, gewinkelten Korridor betreten werden. Der Gang war einst mit schweren Steinplatten abgedeckt, die jetzt verstürzt auf dem Lehmfußboden lagen. Im eigentlichen Innenraum wurden die Steinfundamente der Wände freigelegt. Sie waren ursprünglich aus Holz gebaut, das sich nach mehr als 2000 Jahren jedoch nicht mehr erhalten hat. „Schlitze in den Mauern für die Balken und Auflagesteine für die senkrechten Steher lassen aber gute Rückschlüsse auf Aussehen und Bauweise in Blockbautechnik zu“, berichtet Grabungsleiter Florian Müller vom Institut für Archäologien.

Bei den Untersuchungen stieß man heuer auch mittels Hightech in die Vergangenheit vor: So wurde ein Großteil der fotografischen Dokumentation und Vermessung per Drohne vorgenommen. Von den Gebäuden können so am Computer realistische 3D-Modelle erstellt werden.

Was ein 2020 freigelegtes Gebäude angeht – es war einst abgebrannt, weshalb sich die Hölzer in verkohltem Zustand erhalten hatten –, werden die geborgenen Balken derzeit dendrochronologisch auf ihr Alter untersucht. Vom originalen Lehmfußboden in beiden Häusern haben die Archäologen Hunderte Proben entnommen, um sie im neuen mikroarchäologischen Labor des Instituts zu analysieren. Zudem sind – erstmals bei einem Haus der jüngeren Eisenzeit in Tirol – Phosphatuntersuchungen geplant. „So können im Idealfall Rückschlüsse auf die Nutzung von Räumen, zum Beispiel als Stall- oder Wohnbereich, gezogen werden“, hofft Müller. Details – auch zum Rätermuseum Birgitz und dem neuen Audioguide – findet man unter www.hohe-birga.at (TT)


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