Deutscher Lokführer-Streik trifft ÖBB auch im Güterverkehr

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© thomas böhm

Berlin – Der Lokführer-Streik bei der Deutschen Bahn trifft die ÖBB nicht nur im Personen-, sondern auch im Güterverkehr. Ab 17 Uhr beginnt die dritte Streikrunde im laufenden Tarifstreit. Erneut rief die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zunächst im Güterverkehr zum Arbeitskampf auf. Die ÖBB Rail Cargo erarbeite in der Zeit der Streiks im Bedarfsfall individuelle Routen, um die Waren sicher und effizient an ihre Zielstandorte zu transportieren, so die Bundesbahnen zur APA.

Bei den beiden ersten Streiks in Deutschland hätten sich die Auswirkungen auf die ÖBB Rail Cargo in Grenzen gehalten, hieß es. Einzelne Züge seien ausgefallen bzw. konnten nicht verkehren im Ausmaß von unter 10 Prozent. "Es kam zu einigen Verspätungen, die auch Folgewirkungen gezeigt haben, wie z.B. Rundlaufverspätungen und Ausfälle von Folgezügen", sagte ein ÖBB-Sprecher.

Die Deutsche Bahn kündigte an, bestimmte Güterzüge in Abstimmung mit den Frachtkunden zu priorisieren. Der Konzern werde versuchen, insbesondere versorgungsrelevante Güter pünktlich zuzustellen. Die Gewerkschaft kämpft mit dem Streik unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld für die Beschäftigten. Aufgerufen sind nicht nur Lokführerinnen und Lokführer, sondern ab Donnerstag auch das Personal in der Infrastruktur.

Ab Donnerstag soll dann auch der Personenverkehr bestreikt werden. Das Ende der Aktionen hat die deutsche Gewerkschaft für den kommenden Dienstag angekündigt. Insgesamt dürfte der Bahnverkehr damit mehr als fünf Tage lang erheblich eingeschränkt sein.

Bei den ÖBB sind bei den ersten Streiks einige grenzüberschreitende Verbindungen von und nach Deutschland ausgefallen. (APA/dpa-AFX)

Lufthansa startet Sonderflüge wegen Bahnstreiks

Der anstehende Bahnstreik treibt bei der Lufthansa die Buchungen für innerdeutsche Flüge deutlich nach oben. Die Fluggesellschaft und ihre Billigtochter Eurowings stocken deshalb ihr Flugangebot bis kommenden Dienstag (7. September) um mehr als 7000 Sitzplätze auf, wie ein Konzernsprecher am Mittwoch mitteilte. Dazu setzen sie auf etwa 150 Flügen größere Flugzeuge ein als eigentlich geplant und bieten außerdem insgesamt rund 30 zusätzliche Flüge an.

Im Fokus stehen bei der Lufthansa unter anderem Verbindungen etwa von Frankfurt und München nach Berlin und Hamburg und zurück. Eurowings verstärkt vor allem das Flugangebot von Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart nach Berlin und zurück. Es gebe bereits einen sprunghaften Buchungsanstieg, erklärte der Sprecher.


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