Tirol

„Entschärfung“ des Wolfsantrags: Wogen glätten vor dem Dreierlandtag

In Bozen wurde gestern die Tagesordnung für den Dreierlandtag im Oktober in Alpbach fixiert.
© Südtiroler Landtag

Der formalen „Entschärfung“ des Wolfsantrags soll bis zur Sitzung am 21./22. Oktober in Alpbach auch eine inhaltliche folgen.

Bozen – 106 Abgeordnete der Landtage aus Tirol, Südtirol und dem Trentino werden sich vom 21. bis 22. Oktober im malerischen Alpbach anlässlich der diesjährigen Sitzung des so genannten „Dreierlandtags“ einfinden. Die letzte Sitzung fand 2019 in Bozen statt.

Eine Sitzung, die freilich nicht nur einen Rahmen, sondern insbesondere einen Inhalt braucht. Ohnedies wird die Schlagkraft der Beschlüsse am Dreierlandtag mitunter scharf kritisiert, das Gremium oft als zahnlos bezeichnet. Durch die erst kürzlich im Rahmen des „Europäischen Forums Alpbach“ unterzeichneten Reformverträge für die Euregio erhofft sich auch der Dreierlandtag eine Aufwertung. In Bozen fixierte nun gestern die „Interregionale Landtagskommission“ die Tagesordnung der Alpbacher Sitzung. In Summe wurden 20 Anträge für eine Debatte im Dreierlandtag zugelassen. Darunter etwa Initiativen zur Schaffung eines Euregio-Mountainbike-Netzes, der Etablierung des Tiroler Photoarchivs in Lienz als europaweite Institution, die Umwandlung der Bibliothek für Autonomie in Trient zu einem Dokumentationszentrum für das Gruber-De-Gasperi-Abkommen und auch der Wolfs-Thematik.

Letztere hatte, wie berichtet, bereits vor Tagen für Wirbel in Tirol gesorgt. Soll der von der SVP eingebrachte Antrag doch letztlich dazu führen, dass der Wolf in auszuweisenden sensiblen Regionen geschossen werden darf. Auf Tiroler Seite kündigten ÖVP und Grüne bereits an, dem Antrag in der vorliegenden Fassung nicht zuzustimmen.

Gestern erfolgte eine erste Teilentschärfung. So wurde der Antrag nunmehr formell vom Südtiroler Landtags-Vizepräsidenten Josef Noggler eingebracht und damit auf „präsidentielle Ebene“ gehievt. Bis zum Dreierlandtag soll nun auch eine inhaltliche Entschärfung erfolgen.

Ob der Landtag in Alpbach letztlich auch wie geplant stattfinden kann, ist ebenso noch nicht klar. Vieles sei noch abhängig davon, wie sich die Lage der Corona-Infektionen entwickle, hieß es gestern aus der Tiroler Landtagsdirektion. Man müsse bis zuletzt abwarten. (TT, mami)

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