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Margaritis Schinas im TT-Interview: „Alles um uns sagt: Macht es endlich!“

Margaritis Schinas, Vizepräsident der EU-Kommission, pocht auf einen Migrationspakt. Virusbedingte Grenzschließungen will er nicht mehr tolerieren. In der Cyberabwehr sei die Ära der Naivität vorbei.

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Migranten bei der Ankunft auf der griechischen Insel Lesbos. Europa streitet bis heute um eine Lastenteilung in der Flüchtlingspolitik.
© imago

Wie viele Menschen erwarten Sie aus Afghanistan?

Margaritis Schinas: Wir sind in einem frühen Stadium der Krise. Derzeit ist die Lage ruhiger, als wir dachten. Als Europäer müssen wir jetzt mit humanitären und stabilisierenden Anstrengungen im Land helfen. Zugleich müssen wir Kapazitäten um Afghanistan herum aufbauen und mit den Nachbarn zusammenarbeiten. So dass Menschen, die Schutz brauchen, einen Ort näher an ihrem Zuhause haben, wo sie hingehen können. Das können wir nur erreichen, indem wir mit den G7, den G20 und der UNO zusammenarbeiten. Das ist keine europäische Krise, aber sie kann für Europa ein entscheidender Moment sein.

Was meinen Sie damit?

Schinas: Europa braucht eine gemeinsame Asyl- und Migrationspolitik. Das ist auch ein Aufruf an die Mitgliedstaaten, jetzt diesen historischen Kompromiss zu finden. Derzeit geht es um Afghanistan, zuvor ging es um Belarus, Ceuta usw. Alles um uns herum sagt: Macht es endlich!

Kann Afghanistan die Debatte in Europa verändern?


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