„Problem der Gletscher wird bleiben“: Van der Bellen eröffnete Kaunertaler Ausstellung

Gletscherschwund und Klimakrise: Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnete brisante Ausstellung im Kaunertal.

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Beim Rundgang durch die Ausstellung im Kaunertal: Bundesratspräsident Peter Raggl, Landtagsvizepräsidentin Stephanie Jicha sowie Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin Doris Schmidauer (v. l.).
© Wenzel

Kaunertal – Die Ergebnisse von zwei Jahren Forschungsarbeit am Gepatschferner, Leihgaben der heimischen Bevölkerung, kreatives Design, multimediale Aufbereitung – das alles steckt in einer brisanten, wissenschaftlich fundierten Ausstellung im Kaunertaler Freizeitzentrum Quellalpin. Unter dem Titel „Mit aller Kraft – Gletscher, Klima, Kaunertal“ taucht der Besucher in das Innenleben der Gletscher ein. Man erfährt ihre Bedeutung für das alpine Ökosystem und nimmt leise, aber trotzdem alarmierende Signale der stetig schrumpfenden Eisriesen wahr.

„Es hat viel Mut gebraucht, dieses Projekt umzusetzen“, verriet Ernst Partl, Geschäftsführer des Naturparks Kaunergrat. „Wasser und der Gletscher haben enorme Bedeutung für das Tal“, sagte Bürgermeister Pepi Raich. Man betreibe „naturnahen, nachhaltigen Tourismus“, dennoch würden im Zuge des Klimawandels „strategische Anpassungen“ nötig sein. Der TVB habe bereits einen „Klimawanderführer“ publiziert.

Niemand Geringerer als das Staatsoberhaupt der Republik eröffnete die Schauräume im Quellalpin am Donnerstagabend – nicht auf Hochdeutsch, sondern in Kaunertaler Mundart. „Des isch a årmes Tål gwesst“, erinnerte sich Alexander Van der Bellen an seine Kindheit. „Då isch nuit då gwesst.“ Er habe im Sand der Fagge (Gebirgsbach, entspringt dem Gepatschferner) gespielt. Das Gletscherwasser habe dann alle Sandburgen weggespült. Zur Ausstellung hob der Bundespräsident hervor: „Das Gletscherproblem wird bleiben. Der Permafrost weicht auf, es rumpelt, das Geröll ist nicht mehr so fest, der Meeresspiegel steigt.“ Er habe den Präsidenten des pazifischen Inselstaates Kiribati getroffen. Eines Tages müssten die Leute dort weg. Der höchste Berg dort sei nur drei Meter hoch.

Rund 450.000 Euro hat die Ausstellung laut Bürgermeister gekostet. Kräftige Unterstützung sei u.a vom Land bzw. von den Abteilungen Umweltschutz, Tourismus und Kultur gekommen.

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Für die Bevölkerung gibt es am Sonntag, 5. September, von 10.30 bis 16 Uhr einen Tag der offenen Tür. (hwe)


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